Touristen in Griechenland

Umsetzung der zugesagten Reformen Athen erhöht Steuern auf sechs Inseln

Stand: 29.09.2015 09:25 Uhr

Griechenlands Ministerpräsident Tsipras setzt eine weitere Forderung der internationalen Geldgeber durch: Ab Oktober gelten auf sechs Touristen-Inseln erhöhte Mehrwertsteuersätze. Im kommenden Jahr sind weitere Inseln dran.

Griechenland erhöht die Mehrwertsteuersätze auf sechs Touristen-Inseln und kommt damit einer zentralen Forderung der internationalen Geldgeber nach. Ab Donnerstag würden auf Santorin, Mykonos, Rhodos, Naxos, Paros und Skiathos landesübliche Sätze von bis zu 23 Prozent gelten, teilte das Finanzministerium in Athen mit. Ab Juni des kommenden Jahres würden die Steuervergünstigungen weiterer Inseln gestrichen.

Derzeit gilt auf vielen Inseln ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz, was immer wieder von den internationalen Gläubigern kritisiert wurde. Ministerpräsident Alexis Tsipras hat sich im Gegenzug zu einem dritten milliardenschweren Hilfspaket zu umfassenden Reformen verpflichtet.

Rund 100 Maßnahmen geplant

Einen Großteil der zugesagten Reformen hat das Parlament in Athen bereits umgesetzt. Bis Ende dieses Jahres ist die Umsetzung von rund 100 Maßnahmen geplant. So hat sich Griechenland zu einer Fortsetzung der Rentenreform verpflichtet. Auch sollen Obergrenzen für die Lohn- und Gehaltskosten im öffentlichen Sektor festgelegt und die Verwaltung modernisiert werden. Das dritte Hilfsprogramm läuft bis Mitte 2018.

Nach dem Wahlsieg am 20. September hatte Tsipras erneut eine Koalition aus seiner linken Syriza-Partei und den nationalistischen "Unabhängigen Griechen" geschmiedet.

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KOMMENTARE

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19ikarus43 29.09.2015 • 17:59 Uhr

16:57 von Helmut Baltrusch

Die Alternative? Raus aus dem €. Da hat sichTsipras wohl verschätzt. Das wird ein langwidriger Leidensweg sein. Insbesonders für Rentner. Aber es wird ein Licht am Ende des Tunnels geben. Keine ständige Bevormundung durch Brüssel. Nur auf diesem Weg kann es wettbewerbsfähig werden. Da steh ich mit meiner Meinung wohl im Einklang mit den meisten ernstzunehmenden Ökonomen. Im Moment ist Griechenland wohl eher als sozialpolitisches Experementierfeld angedacht. Was passiert,wenn wir dieses oder jenes beschliessen,durchsetzen? Wie weit lassen sich die Daumenschrauben anziehen, bevor die Leute tatsächlich dagegen revoltieren. Griechenland muss das machen, was Brüssel vorgibt. Fakt.