Reaktion auf den Libor-Skandal EU will Zinsmanipulation beenden

Stand: 18.09.2013 14:17 Uhr

Nach den jüngsten Skandalen will die EU-Kommission die sogenannten Referenzzinssätze strenger kontrollieren. Bislang legen die Banken den Libor und den Euribor selbst fest. Künftig sollen diese Zinssätze jedoch auf objektiv nachvollziehbaren Handelsdaten beruhen - und nicht mehr auf Schätzungen von Händlern.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier gestikuliert während einer Pressekonferenz am 18. September 2013 in Brüssel
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EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier gestikuliert während einer Pressekonferenz am 18. September 2013 in Brüssel

Allein auf dem Libor beruhen Finanzgeschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar. Die Banken melden jeden Tag, zu welchen Zinsen sie sich gegenseitig Geld leihen - aus diesen Angaben werden dann Indizes wie der Libor und der Euribor ermittelt. Letztlich orientieren sich fast alle Zinssätze an den Referenzzinsen - also auch die Zinsen, die Kleinsparer für ihr Tagesgeld kassieren oder Häuslebauer für ihren Hypothekenkredit bezahlen.

Verwässerter Entwurf

Der Gesetzentwurf, den EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier in Brüssel vorlegte, ist allerdings nicht ganz so strikt wie ursprünglich geplant. Entgegen früheren Überlegungen wird die neue europäische Börsenaufsicht Esma nun doch nicht zur zentralen Kontrollinstanz. Vielmehr ist geplant, dass sich die Esma mit den nationalen Aufsehern austauscht - in Deutschland wäre das die BaFin.

"Die Vorschläge Barniers sind enttäuschend", sagte daher der Grünen-Finanzexperte im Europaparlament, Sven Giegold. "Die nationalen Aufseher haben die früheren Manipulationen nicht bemerkt. Ich würde von einer europäischen Einrichtung mehr Unabhängigkeit erwarten. Aber die Kommission hat den britischen Forderungen nachgegeben, die Aufsicht über den in London ermittelten Libor zu behalten. Das ist ein Fehler."

EU-Kommission will Zinsmanipulationen besser kontrollieren
tagesschau 20:00 Uhr, 18.09.2013, Rolf-Dieter Krause, ARD Brüssel

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EU will Zinsmanipulationen Riegel vorschieben
M. Bohne, MDR Brüssel
18.09.2013 16:30 Uhr

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