Logo der Zentrale des US-Hypothekenfinanzierers Fannie Mae  in Washington

US-Finanzministerium hebt Beschränkung auf Endlos-Kredit für Fannie und Freddie

Stand: 25.12.2009 02:13 Uhr

Die beiden US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac können in den kommenden drei Jahren uneingeschränkt Kredite beim Staat aufnehmen. Die bisher gültigen Grenzen von jeweils 200 Milliarden US-Dollar seien aufgehoben worden, teilte das US-Finanzministerium mit. Zudem erhielten Fannie und Freddie mehr Zeit, um ihre hypothekenbezogenen Wertpapierbestände zu minimieren. Bisher haben die Unternehmen gemeinsam 111 Milliarden Dollar an staatlichen Kapitalhilfen beansprucht.

Man habe den Finanzmärkten zeigen wollen, dass man eng hinter den staatlich kontrollierten Instituten stehe, begründete das Finanzministerium die Maßnahmen. Die Regelung gelte für die kommenden drei Jahre. Nach dem 31. Dezember hätte die US-Regierung für jede weitere Kapitalaufstockung die Zustimmung des Kongresses einholen müssen.

Extrem wichtig für den US-Immobilienmarkt

Die beiden Konzerne waren im September 2008 unter staatliche Kontrolle gestellt worden und sind seitdem mit umfangreichen Geldspritzen am Leben erhalten worden. Fannie Mae verbuchte allein im dritten Quartal 2009 einen Verlust von rund 20 Milliarden Dollar nach einem Minus von fast 30 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das kleinere Schwesterinstitut Freddie Mac schrieb im dritten Quartal einen Verlust von 6,3 Milliarden Dollar, nach rund 25 Milliarden ein Jahr zuvor.

Die Institute gelten als sehr wichtig für die Stabilität des US-Immobilienmarktes. Sie stehen dort hinter etwa jedem zweiten Immobilienkredit. Für die Pläne von US-Präsident Barack Obama zur Stabilisierung des US-Häusermarktes sind sie von zentraler Bedeutung.

Der Absturz des US-Immobilienmarkts war Auslöser der Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Markt erholt sich nur langsam. Wegen der steigenden Arbeitslosigkeit in den USA können noch immer viele Menschen ihre Hypothekenraten nicht bezahlen.