Die Abkürzung SEPA, der für "Single European Payments Area" steht

EU-Kommission plant Umstellung auf internationale Norm Bald neue Kontonummern für alle Girokonten?

Stand: 28.07.2010 15:25 Uhr

Die EU-Kommission treibt die Pläne voran, alle Überweisungen in Europa schon bald auf internationale Kontonummern und Bankleitzahlen umzustellen. Auch innerhalb eines Staates sollen die alten nationalen Nummern ab spätestens 2013 nicht mehr gelten. Die EU-Kommission will im Herbst einen entsprechenden Vorschlag für ein gesetzliches Ultimatum machen. Eine Kommissionssprecherin in Brüssel bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Das EU-Projekt Sepa (Single European Payments Area) soll Geldtransfers in ganz Europa schneller und billiger machen. Brüssel will Europas Banken und Kunden nun ein Enddatum zum Umstieg auf das gemeinsame europäische Zahlungsverkehrssystem setzen. Dann würden nur noch die internationalen Formate IBAN (Kontonummer) und BIC (Bankleitzahl) gelten. Bei Überweisungen ins Ausland sind diese heute schon Pflicht.

Die Abkürzung SEPA, der für "Single European Payments Area" steht

SEPA bedeutet "Single European Payments Area". Ziel des Projekts ist es, den Geldtransfer in Europa zu vereinfachen.

Bestandteil der IBAN ist die nationale Kontonummer, davor stehen eine Länder- und eine Bankkennung sowie die Bankleitzahl.

Verbraucherschützer warnen vor Chaos bei Umstellung

Verbraucherschützer befürchten ein Chaos bei der geplanten Umstellung der Kontonummern auf EU-Standard. "Viele werden mit den neuen Zahlenkolonnen überfordert sein", sagte Bankenexperte Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale-Bundesverband der "Bild"-Zeitung. So habe die IBAN (International Bank Account Number) 22 Stellen, die BIC (Bank Identification Code) elf. Betroffen wären 93 Millionen Girokonten. "EU und Banken müssen die Verbraucher endlich umfassend über das neue System informieren", forderte Pauli.

Alle EU-Mitgliedsstaaten müssten zustimmen

Die meisten europäischen Banken bieten seit 2008 freiwillig Sepa-Überweisungen und seit 2009 Sepa-Lastschriften an. Da aber viele Bankkunden weiter die alten Standards benutzen, gibt es teure Parallelstrukturen.

Die EU-Verordnung soll laut Entwurf ein Jahr nach Verabschiedung für Überweisungen verbindlich werden und zwei Jahre danach für Lastschriften. Dem Vorschlag von EU-Binnenkommissar Michel Barnier müssen die 27 Mitgliedsstaaten und das Europaparlament zustimmen.