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Fachkräftemangel in Deutschland 1,2 Millionen Arbeitskräfte gesucht

Stand: 23.10.2021 14:46 Uhr

Laut der Bundesagentur für Arbeit besteht in Deutschland ein großer Mangel an Arbeitskräften. Besonders fehle es an ausgebildeten Fachkräften. Vonseiten der Wirtschaft wird deshalb eine gezielte Einwanderung gefordert.

Deutschland leidet unter einem Personalmangel. Insbesondere bei Fachkräften herrsche laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) eine dramatische Knappheit. "Insgesamt werden derzeit etwa 1,2 Millionen Arbeitskräfte, davon zwei Drittel Fachkräfte, gesucht", sagte BA-Chef Detlef Scheele der "Welt am Sonntag".

Zu wenige Sozialpädagogen

"In etwa 70 Berufen gibt es bereits Personalengpässe auf Fachkraftniveau." Das Blatt zitierte Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), wonach die Fachkräftelücke mit 18.300 Personen bei Sozialpädagogen am größten sei. Ähnlich groß sei sie bei Altenpflegern mit und Krankenpflegern.

Zur Bekämpfung des Fachkräftemangels fordert der Bundesverband mittelständische Wirtschaft mehr Einwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. "Wir brauchen die gezielte Einwanderung von Fachkräften, wobei die Betonung auf Fachkräfte liegt", sagte Bundesgeschäftsführer Markus Jerger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Viele Unternehmen müssen bereits mangels Fachkräfte Aufträge ablehnen", so Jerger weiter.

Besonders MINT-Berufe betroffen

Bei den Auszubildenden sehe es nicht besser aus. "Es gibt in Deutschland mehr als 390 anerkannte Ausbildungsberufe, und in nahezu allen fehlt es an neuen Auszubildenden. So konnten zum Start des Ausbildungsjahres 2020 fast 60.000 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden."

Unter akutem Mangel an Fachkräften und Azubis leiden laut Jerger vor allem die MINT-Branchen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), der Bereich Gesundheit und Pflege sowie das Handwerk. Ohne Fachkräfte fehlten den Unternehmern auch potenzielle Nachfolger. Damit drohe dem Unternehmen im Worst Case die Schließung. Dies betreffe besonders Familienunternehmen, so Jerger.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Oktober 2021 um 18:40 Uhr.