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Corona-Nothilfen der KfW Staatsbank fördert wie nie zuvor

Stand: 02.02.2021 14:40 Uhr

Reiseunternehmen, Gastronomen, Einzelhändler - der Lockdown bedroht die Existenz vieler Betriebe. Die staatliche Förderbank KfW hat deswegen 2020 Darlehen in Rekordhöhe vergeben.

Von Oliver Feldforth, hr

Lars Obendorfers Idee ist die scharfe Currywurst. Es gibt sie bei "Best Worscht in Town" so scharf, dass es an Körperverletzung grenzt. Allein in Frankfurt am Main betreibt er fünf Filialen. Sogar in Los Angeles war eine solche Edel-Wurstbude mit den Soßen in sieben Schärfegraden geplant. Jetzt liegt die Idee Corona-bedingt auf Eis. Die Pandemie drohte das ganze Geschäft lahm zu legen, 30 bis 40 Prozent des Umsatzes brachen weg. Die Hausbank vermittelte einen so genannten "Corona-Kredit" der staatseigenen Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW. Günstig, schnell - und das Risiko trägt überwiegend die KfW, also der Staat. "Der schnelle und unbürokratische Kredit hat mir die Angst genommen", so Obendorfer.

Oliver Feldforth

Fast 51 Milliarden Euro an Corona-Krediten

Die KfW ist die Corona-Feuerwehr der Bundesregierung, und so vermeldet die staatliche Förderbank heute ein Fördervolumen wegen der Corona-Krise auf Rekordniveau. Sie hat im vergangenen Jahr so viel Kredite vergeben wie noch nie. "Das Jahr 2020 war für die KfW ein ganz besonderes Jahr. Nie zuvor waren wir als Förderbank auf diese Weise gefordert", sagte Vorstandschef Günther Bräunig auf einer Pressekonferenz der Bank in Frankfurt am Main.

Das Volumen der vergebenen Darlehen stieg um 75 Prozent auf 135 Milliarden Euro. Fast 51 Milliarden Euro davon entfielen auf Förderkredite, die zur Abfederung der Corona-Krise im In- und Ausland vergeben worden seien. Unternehmen, Start-ups, Studierende und Soloselbständige wurden unterstützt. Das sei das größte Hilfsprogramm in der Geschichte der Bank, so Bräunig.

"Für jede Zielgruppe ist ein passendes Förderprogramm geschaffen worden", berichtet Ingrid Hengster, die im Vorstand der Förderbank für Inlandsförderung zuständig ist.

Das hat auch Christoph Führer so erlebt. Er leitet ein Reiseunternehmen im fränkischen Allersberg. Die Fahrten mit den firmeneigenen Bussen bringen Kunden in viele europäische Länder. Damit war im Frühjahr 2020 Schluss. Das Virus war existenzbedrohend für Leitner Reisen. "Die Krise ist eine Krise, die diesen Namen verdient", so der Geschäftsführer.

Von der Hausbank vermittelt

Die Hausbank half einen Antrag bei der KfW zu stellen, das Geld floss schnell. Dabei liegt das Ausfallrisiko überwiegend bei der Staatsbank und nicht bei der prüfenden und vermittelnden Hausbank. Die schnelle Finanzspritze half im Überlebenskampf. Christoph Führer hofft, dass sein Geschäft in diesem Jahr wieder an Fahrt aufnimmt. "Natürlich wollen wir Reisen verkaufen", sagt er.

Allein in Deutschland habe die KfW im vergangenen Jahr rund eine Million an Krediten, Zuschüssen und anderen Finanzierungen in Höhe von 106 Milliarden Euro zugesagt, so Vorstandsvorsitzender Günther Bräunig. Zu dem Wachstum hätten auch Darlehen für energieeffizientes Bauen und Kredite für private Ladestationen für E-Autos beigetragen. Stolz ist der Bankenchef auf ein Wasserstoffprojekt in Marokko. 10.000 Tonnen grüner Wasserstoff sollen dort mit Solarenergie gewonnen werden. Die Staatsbank finanziert auch internationale Entwicklungszusammenarbeit. Die Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer erreichte mit 12,4 Milliarden einen neuen Höchststand.

Es gab aber auch Tiefschläge im letzten Jahr. So hat die Bank Geld in der Wirecard-Pleite verloren. Details will der Vorstandschef allerdings nicht nennen, da noch Ermittlungen laufen.

Auch das laufende Jahr werde noch von der Viruskrise geprägt sein, sagte Bräunig. "Die angelaufenen Impfungen stimmen zuversichtlich, dennoch wird uns die Corona-Pandemie auch im neuen Jahr sowohl im Neugeschäft als auch im Bestand weiter beschäftigen." Firmen können bei der KfW staatlich garantierte Kredite beantragen, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern. Das bestehende Hilfsprogramm läuft noch bis Ende Juni.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Februar 2021 um 14:40 Uhr in den Nachrichten.