Schriftzug des Warenhauskonzerns Karstadt

Karstadt-Sanierung Fonds für entlassene Mitarbeiter

Stand: 02.04.2015 17:24 Uhr

Beim angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt sind nun offenbar rund 900 Kündigungen versandt worden. Mitarbeiter, die in den nächsten Monaten in eine Transfergesellschaft wechseln, sollen Hilfen aus einem Millionenfonds erhalten.

Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di zahlt Karstadt insgesamt 2,5 Millionen Euro in einen Fonds für die von Kündigungen betroffenen Mitarbeiter. Das sehe ein Tarifsozialplan vor, den das Unternehmen mit der Gewerkschaft vereinbart habe.

Karstadt-Beschäftigte, die im Rahmen der derzeit laufenden Kündigungen in eine Transfergesellschaft wechseln, wo sie weiterqualifiziert werden, sollen aus dem Fonds einen Betrag in Höhe von 2300 Euro erhalten.

Ver.di-Verhandlungsführer Arno Peukes sagte, dies könne zumindest einen Teil der entstehenden Härten abmildern. Nach Angaben des Gewerkschafters haben inzwischen rund 900 Mitarbeiter Kündigungen erhalten. Zahlreiche weitere Stellen seien sozialverträglich abgebaut worden. Insgesamt würden so rund 2400 Arbeitsplätze gestrichen.

"Administration abgebaut"

Karstadt-Finanzvorstand Miguel Müllenbach schrieb in einem Brief an Mitarbeiter, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, der Stellenabbau gehöre zu den schmerzhaften, aber notwendigen Maßnahmen, Karstadt langfristig gesunden zu lassen. Es werde eine enorme Menge an Administration abgebaut, Prozesse würden vereinfacht und Hierarchien abgeschafft.

Die Tarifverhandlungen für Karstadt sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Ver.di fordert in den Verhandlungen unter anderem eine Standortsicherung für alle Karstadt-Häuser und Beschäftigungsgarantien für alle verbliebenen Arbeitsplätze.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. April 2015 um 17:30 Uhr.

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KOMMENTARE

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Sterntaucher 02.04.2015 • 22:27 Uhr

@Kaiserhof

Es ist mir ein wenig schleierhaft, warum Sie erwarten, dass andere Unternehmen den von ihnen entlassenen Arbeitnehmern nicht wie in dem vorliegenden Fall mit freiwilligen Zahlungen helfen sollten. Wer in Transfergesellschaften überführt wird, der erhält dort auch weniger Gehalt. Die Abfederung sozialer Härten ist doch sinnvoll und richtig. Viele Karstadt-Mitarbeiter arbeiten dort bereits seit vielen Jahren und haben damit begonnen, als es dem Unternehmen noch gut ging. Tausende haben im Übrigen seit 2004 immer wieder auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Tariferhöhungen, Urlaubstage und andere tarifliche oder freiwillige Leistungen verzichtet oder verzichten müssen. Wenn Ihr Arbeitgeber solche Leistungen in Ihrem Fall nicht erbracht hat, dann ist das bedauerlich. Aber sollte das denn zur Regel werden und nicht lieber das Gegenteil?