55 Millionen Euro zur Kreditabsicherung Der Staat bürgt für Jenoptik

Stand: 08.09.2009 18:12 Uhr

Jenoptik-Fahnen
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Jenoptik kann auf Staatsbürgschaften von 55 Millionen Euro zugreifen.

Der Technologiekonzern Jenoptik erhält staatliche Unterstützung. Die Bundesregierung gewährt dem Unternehmen gemeinsam mit den Ländern Thüringen und Nordrhein-Westfalen eine Staatsbürgschaft in Höhe von 55 Millionen Euro zur Absicherung von Krediten. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte, dass der zuständige Ausschuss von Bund und Ländern dem Jenoptik-Antrag zugestimmt habe.

Finanzierung über Deutschlandfonds

Die Bürgschaften werden über den Deutschlandsfonds finanziert. Der Bund haftet für knapp 47 Prozent des Kredits, das Land Thüringen für gut 27 Prozent und Nordhein-Westfalen für etwas über fünf Prozent. Das Rückzahlungs-Risiko der übrigen 20 Prozent tragen die Banken.

Hintergrund: Deutschlandfonds

Der "Wirtschaftsfonds Deutschland", kurz Deutschlandfonds, soll Unternehmen helfen, die durch die Rezession und die Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten sind. Er umfasst ein Kreditprogramm über 25 Milliarden Euro für große Unternehmen. Die Kredite werden über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt, die in den meisten Fällen auch über die Vergabe entscheidet. Ein weiterer Bestandteil des Deutschlandsfonds sind Staatsbürgschaften in Höhe von bis zu 75 Milliarden Euro. In allen größeren Fällen liegt die Entscheidung über die Mittelvergabe bei einem Lenkungsausschuss. Zuvor spricht der Lenkungsrat eine Empfehlung aus. Zusätzlich zu dem 100-Milliarden-Euro-Fonds gibt es ein Kreditprogramm für kleine Firmen über 15 Milliarden Euro.

Jenoptik strebt mit Hilfe der Bürgschaft eine Umschuldung an. Kurzfristige Bankkredite sollen in langfristige Darlehen umgewandelt werden. Jenoptik hatte in diesem Jahr eine Unternehmensanleihe über 47 Millionen Euro zurückzahlen müssen und dafür neue, überwiegend kurzfristige Kredite aufgenommen.

Jenoptik setzt auf langfristige Kredite

"Ziel des Konzerns ist es, den Anteil der langfristigen Finanzverbindlichkeiten bis zum Jahresende auf über 80 Prozent zu erhöhen", hatte das Unternehmen in seinem Halbjahresbericht geschrieben. Die Nettoverschuldung von Jenoptik betrug zur Jahresmitte 188,5 Millionen Euro. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten lagen bei gut 93 Millionen Euro.

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