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Kaum Unterstützung für Wirtschaft möglich IWF findet Banken noch viel zu schwach

Stand: 08.10.2014 15:59 Uhr

Sechs Jahre nach Beginn der Finanzkrise sind viele Banken laut einer Analyse des  Internationalen Währungsfonds (IWF) immer noch zu schwach. Vor allem in der Eurozone sei ein Großteil der Institute weiterhin nicht in der Lage, nachhaltig Kredite zur Stützung der Wirtschaft bereitzustellen. Dies gefährde weltweit die Finanzstabilität.

Der IWF untersuchte nach eigenen Angaben 300 große Banken in den Industrieländern. Insgesamt seien am Kapital gemessen 40 Prozent der Banken nicht zu einer volkswirtschaftlich angemessenen Kreditvergabe in der Lage. In der Eurozone hätten sogar 70 Prozent dieses Problem. Den Instituten gehe es durch Sanierungsmaßnahmen zwar meist gut genug, um zu überleben. Das reiche aber nicht: "In vielen Ländern müssen die Banken Athleten sein, die die wirtschaftliche Erholung energisch unterstützen können", erklärte Finanzmarktabteilungschef José Viñals.

Unternehmen setzen auf Schattenbanken

Die Schwäche führt laut IWF dazu, dass sich Unternehmen benötigtes Geld auf andere Weise besorgen, etwa durch die Ausgabe von Anleihen an Investmentfonds. Die in deren Portfolios gehaltenen Kreditinstrumente hätten sich seit 2007 verdoppelt. "Die Risiken verlagern sich in das System der Schattenbanken", warnte Viñals. Werde darauf nicht eingegangen, könnten diese Risiken die globale Finanzstabilität gefährden. Denn bei Turbulenzen an den Finanzmärkten könnte es sehr schnell zu Liquiditätsengpässen kommen.

Hintergrund der Warnung ist, dass viele Banken heute aus IWF-Sicht mit der Vergabe von Krediten nicht genügend Gewinn erwirtschaften können, um ihre Kapitalbasis zu stärken. Diese Banken müssten ihr Geschäftsmodell noch fundamentaler überholen, sagte Viñals. Dafür müssten etwa Leistungsangebote teurer gemacht, verändert oder gestrichen werden. Quersubventionierungen von Geschäftsbereichen seien zu überdenken. Und wenn eine Bank die notwendige Profitabilität dennoch nicht erreichen kann, sollte sie nach IWF-Ansicht den Markt schnell ganz verlassen.

IWF: Geld kommt nicht bei den Firmen an

Obwohl Notenbanken fast kostenlos Geld zur Verfügung stellen, komme es nicht ausreichend in der "echten" Volkswirtschaft an, so der IWF. Zwar habe die lockere Geldpolitik geholfen, dass Konsumenten wieder mehr ausgeben und Firmen neue Arbeitsplätze schafften. Doch mehr noch habe das billige Geld ermutigt, an den Finanzmärkten höhere Risiken einzugehen.

Gefragt sei nun eine höhere Risikobereitschaft auch in der realen Wirtschaft, um das Wachstum anzukurbeln, erklärte Viñals. Es sei Aufgabe der Gesetzgeber, "die Übertragung der Geldpolitik in die echte Ökonomie zu verbessern".

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KOMMENTARE

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Cicero-secundus 08.10.2014 • 21:37 Uhr

Die EZB ...

...hat mit ihrem Steuerrungssystem quasi alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Jetzt rächt es sich, daß die mutmaßliche Verklüngelung zwischen Banken(-lobby) einerseits und Regierung andererseits sich zum Nachteil aller Bürger, Verbrauch- er, Freiberufler und Gewerbetreibenden sowie der Industrie verbunden hat ! Hätte die Regierung es der EZB einge- räumt, daß diese die von den Banken ihrerseits ("zur Ankurbelung der Wirt- schaft") angeforderten Kreditbeträge wirtschaftslenkend vertraglich an Bedingungen ("für die Wirtschaft" !) hätte knüpfen können (und auch sollen), dann wäre "all dieser Schlamassel" nicht entstanden ! Ich hege den Verdacht, daß sich hier- bei "Leute" die Taschen mit Geld füllen, wo es nach den Intentionen des Gesetz- gebers gar nicht hingehört(e) !