Prognose des Luftfahrtverbandes IATA Fluglinien befürchten elf Milliarden Dollar Minus

Stand: 15.09.2009 17:52 Uhr

Flugzeug im Landeanflug
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Die Fluglinien stellen sich auf Milliardenverluste ein.

Die anhaltende Wirtschaftskrise verschärft die Probleme der Fluglinien. Der internationale Branchenverband IATA legte eine Prognose vor, wonach die Fluggesellschaften weltweit in diesem Jahr mit Verlusten von elf Milliarden Dollar rechnen müssen, umgerechnet rund 7,5 Milliarden Euro. Vor drei Monaten war die IATA noch von einem Minus von neun Milliarden Dollar ausgegangen.

"Die Verluste in dieser Krise sind mit 27,8 Milliarden Dollar in den Jahren 2008 und 2009 größer als nach den Ereignissen des 11. September 2001", betonte IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani. In den Jahren 2001/2002 hätten die Verluste in der Luftfahrtindustrie 24,3 Milliarden US-Dollar betragen.

Europäische Linien unter Druck

Am stärksten werden laut dem Branchenverband die europäischen Fluggesellschaften unter Druck geraten. Sie müssen demnach 2009 mit einem Minus von 3,8 Milliarden Dollar die größten Verluste verkraften und damit mehr als doppelt so viele wie noch im Juni vorhergesagt. Dagegen erwartet die IATA für die Anbieter in Nordamerika lediglich Verluste von 2,6 Milliarden Dollar.

Die Passagierzahlen werden der Prognose zufolge in diesem Jahr um vier Prozent gegenüber 2008 sinken. Dass dabei die Nachfrage nach teuren Tickets im First- und Business-Class-Bereich um 20 Prozent zurückgehen werde, macht den Fluggesellschaften finanziell am stärksten zu schaffen. Für das Frachtgeschäft sagt die IATA einen Einbruch um 14 Prozent voraus. Gleichzeitig hob der Branchenverband seine Schätzungen für die Treibstoffkosten um neun auf 115 Milliarden US-Dollar im gesamten Jahr 2009 an. Dies trage ebenfalls zu den steigenden Verlusten bei.

Auch 2010 Milliardenverluste

"Die Krise geht weiter", sagte Bisignani. Die Branche werde Jahre brauchen, um sich zu erholen. Frühestens 2012 sei wieder mit Gewinnen wie vor Beginn der Krise zu rechnen. Für 2010 geht der Branchenverband davon aus, dass die Fluglinien weltweit einen Verlust von 3,8 Milliarden Dollar verbuchen werden.

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