Das Logo HSBC an der Fassade des Hauptquartiers in London

Umstrukturierung der britischen Großbank HSBC baut bis zu 50.000 Stellen ab

Stand: 09.06.2015 08:51 Uhr

Europas größte Bank HSBC will weltweit bis zu 50.000 Stellen abbauen. Das Unternehmen will so rund vier Milliarden Euro jährlich einsparen. Die Bank war zuletzt wegen Manipulationen und Beihilfe zur Steuerhinterziehung in die Schlagzeilen geraten.

Die britische Großbank HSBC will weltweit bis zu 50.000 Arbeitsplätze abbauen. Die Stellenkürzungen seien Teil einer weltweiten Umstrukturierung, teilte das Unternehmen auf seiner Website mit. Im Zuge des Konzernumbaus will sich die Großbank zudem weitgehend aus der Türkei und Brasilien zurückziehen. Bis zu 25.000 Arbeitsplätze will das Unternehmen so einsparen. Etwa noch einmal so viele Jobs würden zudem durch Zusammenlegungen im IT- und Dienstleistungsbereich sowie Filialschließungen innerhalb des Konzerns abgebaut, hieß es.

Einsparungen von vier Milliarden Euro

Alles in allem soll die Zahl der Vollzeitstellen bis 2017 auf etwa 210.000 reduziert werden. Auf diese Weise will die Bank bis dahin jährlich Kosten von rund vier Milliarden Euro sparen. Derzeit beschäftigt Europas größte Bank allein in Großbritannien 48.000 Mitarbeiter. 2007 arbeiteten noch mehr als 300.000 Menschen für das Unternehmen.

Seit der globalen Finanzkrise 2008 müssen Großbanken deutlich schärfere Anforderungen der Aufsichtsbehörden erfüllen, was zulasten der Rendite geht. Altlasten und Strafen für diverse Skandale hatten HSBC zudem immer wieder zugesetzt. Der seit Anfang 2011 amtierende Bankchef Stuart Gulliver hat darauf vor allem mit radikalen Kostensenkungen und immer wieder mit Stellenstreichungen reagiert.

Trotz der geplanten Stellenstreichungen will sich das Geldhaus sein Engagement in Asien ausbauen. An der Börse in Hongkong stiegen HSBC-Aktien daraufhin um 1,5 Prozent. In London notierte das Papier dagegen leicht im Minus.

Swissleaks belastet Bankhaus

Die HSBC musste sich in jüngster Zeit mehreren Skandalen stellen: Wegen Manipulationen an Devisenmärkten zahlte das Unternehmen Strafen an die Regulierungsbehörden in den USA und in Großbritannien. Zudem soll die Schweizer Tochter in der Vergangenheit Kunden bei Steuerhinterziehung geholfen haben. Das hatten Recherchen ergeben, die als "Swissleaks" bekannt geworden waren. Die Schweizer Filiale hatte sich nach den Enthüllungen von den kritisierten Praktiken distanziert.

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