Generalstreik in Griechenland

Generalstreik und Verhandlungen in Griechenland Gewerkschaften begehren gegen Sparkurs auf

Stand: 07.02.2012 11:40 Uhr

In Griechenland ist das öffentliche Leben wegen eines Streiks weitgehend zum Stillstand gekommen. Am Haupthafen des Landes, Piraeus, liefen keine Schiffe aus. In Athen kamen Touristen nicht auf die Akropolis, der öffentliche Nahverkehr wurde während der Hauptverkehrszeit am Morgen unterbrochen. In den staatlichen Krankenhäusern war lediglich eine Notbesetzung im Einsatz. Auch Lehrer, Bankangestellte und Mitarbeiter von Telekomfirmen wollen in den Ausstand treten. Am Nachmittag soll es auch Demonstrationen geben.

Generalstreik in Griechenland

Die Fähren zu den Inseln bleiben im Hafen von Piräus.

Generalstreik in Griechenland

Die U-Bahnen fahren nicht, die Tore zu den Stationen sind verschlossen.

Die Gewerkschaften machten gegen die Sparauflagen der Regierung mobil. Die griechischen Koalitionsparteien kommen heute unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Lucas Papademos abermals zu einem Spitzentreffen zusammen, auf dem sie über massive Einschnitte beraten wollen. Der strikte Sparkurs ist Voraussetzung für Griechenland, um das neue internationale Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro zu erhalten. Andernfalls ist Athen bis Ende März pleite.

Bis Ende 2015 sollen 150.000 Jobs wegfallen

Auf harten Widerstand stößt insbesondere die Forderung der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), den Mindestlohn zu senken sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu streichen. Außerdem verlangt die Troika, noch in diesem Jahr 15.000 Stellen im öffentlichen Dienst zu streichen. Bis Ende 2015 sollen 150.000 Jobs wegfallen. Die internationalen Geldgeber beharren aber darauf, dass die Vorgaben der Troika umgesetzt werden müssen. "Ich will bekräftigen: Es kann keine Einigung geben, wenn Troika-Vorschläge nicht umgesetzt werden", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Paris.

Generalstreik in Griechenland

Gewerkschafter ziehen vor das Parlament in Athen.

Die griechische Regierung muss sich allerdings nicht nur mit den Finanzkontrolleuren der Troika auf weitere Einsparungen einigen. Auch die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern für den dringend benötigten Schuldenschnitt in Höhe von 100 Milliarden Euro müssen erfolgreich zu Ende gebracht werden.

Der internationale Druck auf die Regierung in Athen, zu einer Einigung zu kommen, ist hoch. Gestern hatten Deutschland und Frankreich zur Tilgung der griechischen Schulden ein Sonderkonto vorgeschlagen. Über dieses Konto könnten griechische Schulden künftig abgebaut werden, erklärten Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Merkel in Paris nach einem Treffen. Über dieses Sperrkonto, auf das die griechische Regierung keinen Zugriff hätte, sollten Zinszahlungen des von der Staatspleite bedrohten Landes abgewickelt werden. Damit hätten Investoren die Sicherheit, dass sie regelmäßig auch ihre Zinsen bekommen.

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KOMMENTARE

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Langenburger 07.02.2012 • 14:10 Uhr

Toll !!!

Die Kommentare hier sind typisch für Leute, welche nichts begriffen haben. Griechenland hatte 2008 ganze 42 Milliarden € Schulden. Das ist Fakt! Die Rating Agenturen stuften Griechenland alle 3 Monate herab und die Investmentbanken wetteten auf fallende Kurse und steigende Zinsen. Auch das ist Fakt! Inzwischen muss Griechenland bis zu 47% Zinsen abführen und kann sich praktisch kein Geld mehr an internationalen Märkten leihen. Rohstoffe müssen 3 Monate vor Erhalt bei Bestellung bezahlt werden. Bevor man hier auf den Griechen herum reitet, lasst Euch mal erklären wo die 130 Milliarden € wirklich hinfliesen! Und es ist schon sonderbar, dass die 150 reichsten Griechen und internationalen Konzerne 200 Milliarden € an Gelder abzogen? Und der kleine Rentner, Arbeiter und Beamte soll diese Zeche bezahlen? Das soll der Gedanke eines sozial gerechten Europas darstellen?