Eine griechische Euromünze

Erneute Verhandlungen in Griechenland Gewerkschaften wollen Sparkurs stoppen

Stand: 07.02.2012 07:50 Uhr

Die griechischen Koalitionsparteien kommen heute unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Lucas Papademos abermals zu einem Spitzentreffen zusammen, auf dem sie über massive Einschnitte beraten wollen. Der strikte Sparkurs ist Voraussetzung für Griechenland, um das neue internationale Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro zu erhalten. Andernfalls ist Athen bis Ende März pleite.

Die griechischen Gewerkschaften wollen gegen die geplanten Einschnitte heute erneut protestieren. Sie riefen zu einem mehrstündigen Streik auf. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie öffentliche Verkehrsmittel sollen bestreikt werden. Am Nachmittag soll es auch Demonstrationen geben.

Bis Ende 2015 sollen 150.000 Jobs wegfallen

Auf harten Widerstand stößt insbesondere die Forderung der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), den Mindestlohn zu senken sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu streichen. Außerdem verlange die Troika, noch in diesem Jahr 15.000 Stellen im öffentlichen Dienst zu streichen, sagte der für die öffentliche Verwaltung zuständige Minister, Dimitris Reppas. Bis Ende 2015 sollen 150.000 Jobs wegfallen. Die internationalen Geldgeber beharren aber darauf, dass die Vorgaben der Troika umgesetzt werden müssen. "Ich will bekräftigen: Es kann keine Einigung geben, wenn Troika-Vorschläge nicht umgesetzt werden", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Paris.

Die griechische Regierung muss sich allerdings nicht nur mit den Finanzkontrolleuren der Troika auf weitere Einsparungen einigen. Auch die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern für den dringend benötigten Schuldenschnitt in Höhe von 100 Milliarden Euro müssen erfolgreich zu Ende gebracht werden.

Der internationale Druck auf die Regierung in Athen, zu einer Einigung zu kommen, ist hoch. Gestern hatten Deutschland und Frankreich zur Tilgung der griechischen Schulden ein Sonderkonto vorgeschlagen. Über dieses Konto könnten griechische Schulden künftig abgebaut werden, erklärten Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Paris nach einem Treffen. Über dieses Sperrkonto, auf das die griechische Regierung keinen Zugriff hätte, sollten Zinszahlungen des von der Staatspleite bedrohten Landes abgewickelt werden. Damit hätten Investoren die Sicherheit, dass sie regelmäßig auch ihre Zinsen bekommen.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
the4thpip 07.02.2012 • 14:19 Uhr

Integration und so

Ich arbeite seit über 12 Jahren im berufsbildenden Bereich und weiß sehr wohl, wovon ich spreche. Immer wieder habe ich mit in Deutschland geborenen Griechen und Griechinnen zu tun, die mit schwerem Akzent Deutsch sprechen und verzweifelt versuchen, an Berufskolleg wenigstens den Hauptschulabschluss nach Klasse 9 nachzuholen. Je eher man diese Kinder an einer deutschen Regelschule unterbringt, desto besser für sie. Und für die europäischen Steuerzahler.