Eine griechische Euro-Münze steht auf einer EU-Fahne

Staatsschuldenkrise Frist für griechischen Schuldenrückkauf abgelaufen

Stand: 08.12.2012 05:35 Uhr

Die Frist für den Schuldenrückkauf Griechenlands ist abgelaufen. Ob das Rückkaufprogramm gelungen ist, soll heute vermeldet werden. Im Finanzministerium in Athen herrschte zurückhaltender Optimismus.

Das staatliche griechische Fernsehen (NET) berichtete unter Berufung auf Kreise des Finanzministeriums, die Halter von Staatsanleihen in Höhe von mehr als 30 Milliarden Euro hätten sich gemeldet. Kurz vor Ablauf der Frist für den Schuldenrückkauf hatten auch drei der größten Banken des Landes ihre Beteiligung bekannt gegeben. Es handelt sich um die halbstaatliche Nationalbank, die Eurobank und die Alphabank. Auch kleinere Institute, wie die Postbank und die Attica Bank schlossen sich an.

Rasanter Wertverlust

Die Regierung in Athen hatte den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Werts gemacht. Wegen der dramatischen Schuldenkrise Griechenlands waren die Staatsanleihen rasant im Wert gefallen. Nehmen die Gläubiger das Angebot an, sind sie die Papiere los. Ob das zu einem Verlust führt, hängt davon ab, wann ein Investor zu welchem Preis in die Bonds eingestiegen ist.

Insgesamt will Athen mit zehn Milliarden Euro aus dem europäischen Rettungsfonds EFSF etwa 30 Milliarden Euro an alten Schulden Griechenlands vom Markt nehmen. Das würde den Schuldenberg Athens deutlich um rund 20 Milliarden Euro verkleinern. Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen im Volumen von etwa 62 Milliarden Euro. Etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich in den Händen von Banken und Anlegern im Ausland.

Griechischer Schuldenrückkauf

Die Regierung in Athen will eigene Staatsanleihen zurückkaufen, um damit die überhöhte Schuldenquote zu drücken. Wie die zuständige Behörde PDMA mitteilte, wurden den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Werts gemacht. Sie läuft als "modifizierte holländische Auktion": Wer am wenigsten für seine Anleihen verlangt, erhält am ehesten den Zuschlag. Die Offerte endete am 11. Dezember.

Griechenland muss das Rückkaufprogramm bis zum 13. Dezember abschließen. Dann wird die Eurogruppe bei einem Sondertreffen unmittelbar vor Beginn des EU-Gipfels voraussichtlich Hilfen an Athen von insgesamt rund 44 Milliarden Euro endgültig freigeben, wie Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker kürzlich sagte. Für den in das Hilfsprogramm eingebundenen Internationalen Währungsfonds (IWF) ist ein abgeschlossener Schuldenrückkauf Athens Voraussetzung zur Auszahlung weiterer Kreditraten.

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KOMMENTARE

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Tyron Booker 08.12.2012 • 13:50 Uhr

12:36 — Mapache64 "GR hat

12:36 — Mapache64 "GR hat mehr gespart als alle anderen EU Länder 2011" Bitte belegen sie diese Aussage doch einmal durch Quellen. Fakten Stand 12. Januar 2012 Wie das griechische Finanzministerium heute mitteilte, sanken die Steuereinnahmen im Jahr 2011 trotz diverser Steuererhöhungen um -1,7% und die Ausgaben stiegen trotz Sparanstrengungen um +2,8%, im Vergleich zum Vorjahr. Das Defizit kletterte auf -21,638 Mrd. Euro, nach -21,457 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum! Inklusive den geleisteten Zahlungen aus den Verbindlichkeiten der Sozialversicherungen und den Krankenhäusern betrug das gesamtstaatliche Defizit -27,244 Mrd. Euro. Damit müsste sich das Defizit gemäß Maastricht-Definition ca. auf -12,0% bis -12,5% des nominalen BIPs im Jahr 2011 belaufen. Es wird hier oft Unsinn erzählt. Aber wenn Quellenangaben verlangt werden, wird man oft in irgendeine Ecke gestellt. Es reicht! Und für alle, die es nicht glauben können: Einfach mal googeln. Z.B. nach "Griechischer Haushalt 2011"