Euromünze liegt auf griechischer Fahne

Regierungsprecher widerspricht Innenminister Griechenland will doch an IWF zahlen

Stand: 25.05.2015 13:35 Uhr

Athen will die Verpflichtungen gegenüber seinen Gläubigern erfüllen. Das sagte zumindest Regierungssprecher Sakellaridi, der damit Innenminister Voutsis und anderen Regierungsmitgliedern widersprach. Diese hatten bezweifelt, dass Geld für die nächsten Tilgungsraten da sei.

Griechenland hat seine Bereitschaft zur Schuldentilgung bekräftigt, fordert dafür aber eine rasche Einigung mit seinen Geldgebern. Das Land werde alles tun, um seine Schulden an den Internationalen Währungsfonds zurückzuzahlen, sagte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis. "In dem Maße, in dem wir in der Lage sind, unsere Schulden zu begleichen, werden wir sie begleichen." Es sei die Pflicht der Regierung, alle Schulden zurückzuzahlen.

Sakellaridis reagierte damit auf Aussagen des Innenministers Nikos Voutsis und anderer Regierungsmitglieder, der erklärt hatte, für die nächsten Tilgungsraten an den Internationalen Währungsfonds (IWF) seien keine Mittel vorhanden. Konkret geht es um rund 1,5 Milliarden Euro, die im Juni an den IWF zurückzuzahlen sind - davon 300 Millionen Euro bereits am 5. Juni. "Ich sage es klar: Dieses Geld werden wir nicht geben, weil wir es nicht haben", sagte Voutsis am Sonntag im griechischen Fernsehen MEGA.

Innenminister Voutsis (links) und Regierungschef Tsipras im griechischen Parlament.

Innenminister Voutsis (links, mit Regierungschef Tsipras) hatte die Rückzahlung der nächsten IWF-Kredite infrage gestellt.

Streit in der Regierungspartei Syriza

Voutsis zählt zum linken Flügel der regierende Linkspartei unter Regierungschef Alexis Tsipras. Am Sonntag hatte das Zentralkomitee der Syriza nach einer zweitägigen Tagung einen vom ultralinken Parteiflügel vorgeschlagenen Zahlungsstopp für griechische Schulden beim IWF mehrheitlich abgelehnt.

Hilfsprogramm läuft Ende Juni aus

Die griechische Regierung ringt seit Monaten mit den internationalen Geldgebern um Reformzusagen, die von Athen erfüllt werden müssen, um blockierte Hilfskredite über rund 7,2 Milliarden Euro aus dem Ende Juni auslaufenden Hilfsprogramm zu erhalten. Griechenland wird seit mehr als fünf Jahren mit internationalen Hilfskrediten vor der Pleite bewahrt. Es gilt als sicher, dass im Sommer weitere Hilfen beschlossen werden müssen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Mai 2015 um 18:15 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Moderation 25.05.2015 • 18:41 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Liebe User, meta.tagesschau.de ist derzeit überlastet. Deshalb kann diese Meldung im Moment nicht kommentiert werden. Wir bitten um Ihr Verständnis. Mit freundlichen Grüßen Die Moderation