Akropolis und EU-Flagge

EU und EZB versprechen weitere Unterstützung Eine Art Blankoscheck für Athen

Stand: 16.10.2014 16:12 Uhr

Die EZB erleichtert griechischen Banken laut Medienberichten den Zugang zu frischem Geld. Eine entsprechende Entscheidung sei nach Gesprächen zwischen der EZB, der Athener Regierung und der griechischen Zentralbank gefallen, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen Notenbankvertreter.

Hintergrund ist, dass Geschäftsbanken, die von der EZB Liquidität erhalten, im Gegenzug Wertpapiere als Sicherheiten hinterlegen müssen. Die Notenbank will die Qualitätskriterien, die für diese Papiere gelten, nun offenbar senken - ein Indiz, dass Athens Großbanken nicht mehr über ausreichende Vermögenswerte verfügen.

Diese Sorge treibt offenbar auch viele Investoren um. Denn die Aktien griechischer Banken sind in den vergangenen Tagen eingebrochen - und zwar noch deutlich stärker als der Leitindex, der am Dienstag und Mittwoch zusammengenommen rund elf Prozent verlor.

Akropolis und EU-Flagge

"Jede erdenkliche Hilfe" sichert die EU den Griechen zu.

Syriza dominiert die Umfragen - das verstärkt die Nervosität

Neben der EZB signalisierte auch die EU-Kommission Unterstützung für Griechenland. Es sollte keinen Zweifel daran geben, "dass Europa Griechenland in jedweder notwendigen Art und Weise weiterhin unterstützt", sagte Kommissionsvize Jyrko Kartainen. Ein Sprecher erklärte, die EU werde "jede erdenkliche Hilfe" leisten, um "akzeptable finanzielle Bedingungen" für den griechischen Staat sicherzustellen.

Für Verunsicherung sorgt auch die politische Lage im Land. Die eurokritische linke Oppositionspartei Syriza liegt in Umfragen inzwischen ein gutes Stück vor den regierenden Konservativen. Reguläre Neuwahlen stehen zwar erst für 2016 an. Doch wenn im kommenden Februar ein neuer Präsident gewählt wird, braucht die Regierung die Stimmen von 180 der 300 Parlamentsabgeordneten, sonst werden die Parlamentswahlen vorgezogen.

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KOMMENTARE

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fathaland slim 17.10.2014 • 00:12 Uhr

underdogs

Warum erinnern mich nur viele Kommentare hier in Tenor und Stoßrichtung an die Kommentare zur "Flüchtlingsschwemme"? Griechen raus? Und wenn's auch nur aus dem Euro ist? Sozialschmarotzer, die lediglich leistungslos an unserem Wohlstand teilhaben wollen und sich deswegen in den Euro getrickst haben? Sämtliche Staatsdefizite dieser Erde ließen sich auf einen Schlag abbauen, wenn man die Reichen ein wenig mehr zur Kasse bitten würde. Bei uns, in Griechenland, den USA, überall. Das marktradikale Credo lautet: Öffentliche Armut, privater Reichtum. Das fällt den schwächsten Gliedern der Kette gerade auf die Füße. Wenn die Krise an Fahrt aufnimmt sind wir auch irgendwann dran. Und das wird nicht die Schuld der armen Länder sein. Ein Land ist kein Wirtschaftsbetrieb und kann deswegen auch nicht mit anderen Ländern konkurrieren. Das ist nicht die Aufgabe einer Regierung. Eine Regierung muß den Menschen dienen. Leider dienen die Regierungen der Eurozone, und nicht nur die, den "Märkten".