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Jüngste Zahlen des Autobauers General Motors Einen Schritt näher am Abgrund

Stand: 26.02.2009 14:51 Uhr

Der schwer angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat das zweite Jahr in Folge einen dramatischen Verlust von mehr als 30 Milliarden Dollar ausgewiesen. Die Bilanzprüfer müssten bei Vorlage des vollständigen Geschäftsberichts im März erklären, ob GM noch seine Operationen fortsetzen könne, erklärte Finanzvorstand Ray Young in Detroit. Die Zukunft des Konzerns werde nun wesentlich davon abhängen, ob GM weitere Staatskredite erhalte.

Für 2008 belief sich das Minus des größten US-Autobauers auf 30,9 Milliarden Dollar (24,2 Milliarden Euro), davon entfielen 2,9 Milliarden Dollar auf das Europageschäft. Ein Jahr zuvor hatte der Opel-Mutterkonzern mit 38,7 Milliarden Dollar den höchsten Verlust in seiner Firmengeschichte ausgewiesen. Allein im vierten Quartal 2008 fiel ein Verlust von 9,6 Milliarden Dollar an, wie GM mitteilte.

Bis zu 30 Milliarden Dollar nötig

GM hat bereits staatliche Hilfen in Höhe von 13,4 Milliarden Dollar erhalten, benötigt aber nach eigenen Angaben bis zu 30 Milliarden Dollar, um einen Bankrott zu vermeiden. Top-Manager des Konzerns wollen im Laufe des Tages mit Vertretern der US-Regierung über eine weitere Unterstützung verhandeln.

GM-Chef Rick Wagoner

GM-Chef Wagoner: "Extrem schwieriges Jahr"

GM-Chef Rick Wagoner erklärte, 2008 sei vor allem in der zweiten Hälfte ein "extrem schwieriges Jahr" für die Automärkte in den USA und weltweit gewesen. Die Bedingungen für GM und andere Hersteller seien sehr herausfordernd und hätten das Management veranlasst, "weitere aggressive und schwierige Restrukturierungsmaßnahmen" zu ergreifen.

Erst kürzlich hatte der zweitgrößte US-Autohersteller Ford einen Verlust von 14,6 Milliarden Dollar für das vergangene Jahr berichtet. 2007 hatte das Minus noch bei 2,7 Milliarden Dollar gelegen. Im Gegensatz zu GM hat Ford bisher aber keine staatliche Hilfe in Anspruch genommen

General Motors in Europa


DEUTSCHLAND (rund 25.500 Mitarbeiter)
Rüsselsheim: Am Firmensitz in der Nähe von Frankfurt fertigen 15.500 Mitarbeiter pro Jahr bis zu 270.000 Autos. Neben der Produktion ist hier das technische Entwicklungszentrum von Opel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Standort 1950 komplett neu aufgebaut.
Bochum: Auf einem ehemaligen Zechengelände liegen drei Opel-Fabriken. Rund 5000 Mitarbeiter fertigen hier den Opel Astra und den Opel Zafira sowie Achsen und Getriebe. Pro Jahr laufen etwa 240.000 Autos vom Band. Das zweite deutsche Opel-Werk besteht seit 1962.
Eisenach: In dem Werk in Thüringen bauen rund 1700 Beschäftigte den neuen Corsa. Das Werk startete 1992.
Kaiserslautern: In Rheinland-Pfalz arbeiten etwa 3400 Beschäftigte. Sie fertigen Motoren und Kraftstoffeinspritzungen. Die Produktion begann im Jahr 1966.

SPANIEN (rund 7000 Mitarbeiter)
Saragossa: In Spanien fertigt GM die Modelle Corsa und Meriva. Pro Jahr werden etwa 490.000 Wagen produziert.

SCHWEDEN (rund 4900 Mitarbeiter)
Trollhättan: In dem schwedischen Werk laufen jedes Jahr rund 100.000 Fahrzeuge vom Band - neben dem Saab 9-3 und Saab 9-5 der Cadillac BLS.

GROSSBRITANNIEN (rund 4700 Mitarbeiter)
Ellesmere Port: In Großbritannien produziert das Unternehmen etwa 130.000 Astra unter der Marke Vauxhall, die britische Version von Opel.
Luton: In der Nähe eines der Londoner Flughäfen produziert GM in einem Joint Venture mit Isuzu Motors seit 1987 den Opel / Vauxhall Vivaro, der auch als Renault Trafic verkauft wird.

BELGIEN (rund 2500 Mitarbeiter)
Antwerpen: In der belgischen Hafenstadt werden jährlich etwa 200.000 Opel Astra gefertigt.

POLEN (rund 3400 Mitarbeiter)
Gleiwitz: In dem polnischen Werk fertigt der Autobauer vor allem die Modelle Opel Agila, Astra und Zafira - pro Jahr etwa 190.000 Stück.

FRANKREICH (rund 1700 Mitarbeiter)
Batilly: Im Osten Frankreichs entsteht der Opel Movano, der auch als Renault Master verkauft wird. Die Jahresproduktion des Transporters liegt bei 16.000 Fahrzeugen.
Cerizay: Im Nordwesten des Landes läuft der Opel Tigra vom Band. Der Karosseriehersteller Heuliez produziert jährlich knapp 12.000 Exemplare des Zweisitzers.