GM-Logo an der Konzernzentrale

Vergleich zwischen GM und Behörden Hohe Strafe im Zündschloss-Skandal

Stand: 18.09.2015 03:37 Uhr

Mehr als 100 Tote soll es infolge der Probleme mit Zündschlössern in Autos von General Motors gegeben haben. Nun akzeptiere der US-Konzern eine Strafe von 900 Millionen Dollar. Das zuständige Gericht billigte den Vergleich.

Der US-Autokonzern General Motors (GM) hat sich im Skandal um defekte Zündschlösser mit den US-Justizbehörden auf einen Vergleich geeinigt. Das Unternehmen räumte demnach ein, die Defekte vor den US-Kontrollinstanzen und der Öffentlichkeit verheimlicht und gegen Landesrecht verstoßen zu haben. Gegen eine Strafzahlung von 900 Millionen Dollar werden die Ermittlungen gegen den Autohersteller eingestellt. Das zuständige Gericht in New York genehmigte am Abend den Vergleich.

"Der Öffentlichkeit die Wahrheit vorenthalten"

US-Bundesanwalt Preet Bharara spricht bei einer Pressekonferenz in New York
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US-Bundesanwalt Bharara schilderte bei einer Pressekonferenz die Details des Vergleichs.

"Fast zwei Jahre lang hat GM es nicht nur versäumt, den tödlichen Defekt offenzulegen, sondern sich auch - wie die Ermittlungen des Justizministeriums zeigen - aktiv bemüht, der US-Verkehrsaufsicht NHTSA und der Öffentlichkeit die Wahrheit vorzuenhalten", sagte Bundesanwalt Preet Bharara bei einer Pressekonferenz. GM habe nun eingestanden, bei der Pannenserie, die mit mehr 124 Todesfällen in Verbindung gebracht wird, irreführende Angaben gemacht zu haben.

Der Konzern hatte erst 2014 - zehn Jahre nachdem das Problem festgestellt worden war - damit begonnen, 2,6 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen. Aufgrund des Defektes besteht bei den betroffenen Fahrzeugen die Gefahr, dass die Zündschlösser während der Fahrt unbeabsichtigt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten. Landesweit wurden mehr als hundert Klagen gegen GM eingereicht, weil der Wiederverkaufswert der Autos drastisch gesunken war.

Teileinigung in Zivilverfahren

GM stimmte nach eigener Auskunft zudem einer teilweisen Einigung in zivilrechtlichen Verfahren zu. Dafür falle im laufenden Quartal eine Belastung von 575 Millionen Dollar an. Damit würden Schadenersatzansprüche in etwa 1380 Verletzungs- und Todesfällen im Zusammenhang mit den Zündschloss-Defekten abgedeckt, so der Konzern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. September 2015 um 09:30 Uhr.

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