Financial Times Deutschland an einem Zeitungsständer

Entscheidung von Gruner + Jahr Die letzte FTD erscheint am 7. Dezember

Stand: 23.11.2012 11:39 Uhr

Zwölf Jahre nach ihrem Start stellt der Verlag Gruner + Jahr seine Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) ein. Sie werde am 7. Dezember zum letzten Mal erscheinen, teilte der Verlag mit. Auch die Online-Ausgabe wird nicht fortgeführt. "Die "Financial Times Deutschland" schreibt seit ihrer Gründung im Jahr 2000 Verluste", sagte Vorstandsmitglied Julia Jäkel. "Vor diesem Hintergrund sehen wir keinen Weg, die "Financial Times Deutschland" weiter zu betreiben", erklärte sie zur Begründung der Verlagsentscheidung.

Zukunft von "Impulse" und "Börse Online" noch offen

Die Zukunft seiner anderen Wirtschaftsmedien ließ Gruner + Jahr teilweise noch offen. Klar ist bereits, dass das Magazin "Capital" mit einer verkleinerten Redaktion künftig mit Sitz in Berlin weitergeführt werden soll. Ob die Magazin "Impulse" und "Börse Online" noch eine Zukunft haben, ist dagegen noch nicht entschieden. Für beide Titel bestehen laut Verlagsangaben drei Möglichkeiten: Entweder sie werden an einen externen Interessenten verkauft oder verlagsinterne Manager übernehmen die Blätter und führen sie weiter. Falls keine dieser beiden Varianten zum Tragen kommt, will der Verlag auch diese beiden Magazine einstellen.

Durch die Entscheidungen des Vorstands zu den G+J-Wirtschaftsmedien, die der Aufsichtsrat des Verlags in dieser Woche gebilligt hatte, verlieren voraussichtlich 314 Mitarbeiter ihren Job. Betroffen sind darüber hinaus weitere 50 Beschäftigte in angrenzenden Bereichen des Verlags. Über die Zahl der zusätzlich betroffenen freien Mitarbeiter, die im zentralen Redaktionspool in Hamburg tätig sind, machte Gruner + Jahr auf Anfrage von tagesschau.de keine Angaben. Laut Medienberichten plant der Verlag 40 Millionen Euro für Abfindungen der Mitarbeiter ein.

Auflage von mehr als 100.000 Exemplaren

Das Ende der "FTD", die rund 41.600 Abonnenten hat und im dritten Quartal durchschnittlich rund 102.000 Exemplare pro Tag verkaufte, war bereits seit Tagen erwartet worden. Am Vormittag informierte der Verlag die betroffenen Mitarbeiter und die Öffentlichkeit. Gruner + Jahr gehört zu den großen deutschen Presseverlagen. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg gibt unter anderem Zeitschriften wie "Stern" und "Brigitte" heraus. Der Verlag gehört zu 74,9 Prozent dem deutschen Medienkonzern Bertelsmann, 25,1 Prozent der Anteile hält die Hamburger Verlegerfamilie Jahr.