Verkaufsrekorde dank Abwrackprämie Ford fährt Sonderschichten in Köln

Stand: 09.04.2009 15:54 Uhr

Ford-Fiesta-Fertigung in Köln
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Verkauft sich derzeit bestens: Der Ford-Kleinwagen Fiesta

Dank der Abwrackprämie laufen die Bänder beim Autobauer Ford auf Hochtouren. Wegen der großen Nachfrage in Deutschland will das Unternehmen weitere Sonderschichten in seinem Kölner Werk fahren und die Tagesproduktion erhöhen.

Die dort ursprünglich vorgesehene Kurzarbeit entfalle, sagte Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes dem Magazin "auto motor und sport". Stattdessen sollen in sechs Sonderschichten mehr als 3300 zusätzliche Autos gebaut werden. "Ab dem 20. April erhöhen wir die Tagesproduktion weiter von 1750 auf 1850 Autos", kündigte Mattes an. Falls die Nachfrage weiter steige, könne man mit Sonderschichten und einer erneuten Anhebung der Tagesproduktion reagieren. In Köln werden die seit Einführung der Abwrackprämie besonders begehrten Modelle Fiesta und Fusion gebaut.

Kurzarbeit in Saarlouis abgesagt

Auch im Ford-Werk in Saarlouis ist die geplante Kurzarbeit für Mai erst einmal vom Tisch: Anders als geplant werde durchgearbeitet, sagte ein Ford-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Ursprünglich sollten die Bänder dort bis Juni an 20 Tagen stillstehen. Im Werk in Saarlouis produzieren 6500 Beschäftigte Modelle der Focus- Baureihe.

Den Auftragsrückgang in Europa will Ford durch den Abbau seiner Leiharbeiter auffangen. Am Standort Köln seien 500 Verträge im vergangenen Jahr nicht verlängert worden, in Saarlouis seien es 200.

Rekordverkäufe bei kleineren Autos im März

Ford erreichte Konzernangaben zufolge im März einen Pkw-Marktanteil von 7,1 Prozent. Im Vorjahresmonat waren es 6,2 Prozent. Mit 28.638 Neuzulassungen verzeichnete das Unternehmen den besten Wert seit März 2003. Der neue Ford Ka habe sich im März 2545 Mal verkauft - das sei das höchste Monatsergebnis seit September 2002. Der neue Ford Fiesta kam auf 10.255 Neuzulassungen und damit auf das beste Ergebnis seit März 1998.

"Abwrackprämie lockt zusätzliche Kunden"

Die von der Bundesregierung beschlossene Verlängerung der Abwrackprämie begrüßte Mattes. Seines Erachtens würden nicht nur Käufe vorgezogen, sondern tatsächlich zusätzliche Käufer durch die Prämie gewonnen. "Es sind nicht nur klassische Neuwagenkäufer, die derzeit Autos kaufen. Auch Kunden, die bislang nur Gebrauchte gekauft haben, entschließen sich dank des durch die Umweltprämie erweiterten Budgets zu einem Neuwagen", sagte Mattes. Vertriebschef Jürgen Stackmann zeigte sich allerdings unzufrieden mit dem Verkauf größerer Modelle - diese leiden nach seinen Worten unter der Kaufzurückhaltung der Unternehmen bei Firmenwagen. "In diesem Segment liegt der Firmenkundenanteil bei über 50 Prozent", zitierte ihn das Magazin.

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