Börse in Moskau | picture alliance/dpa/Sputnik

Massive Kursverluste Börsencrash in Moskau

Stand: 24.02.2022 13:41 Uhr

An der Börse in Moskau sind die Kurse heute um fast die Hälfte eingebrochen. Die Landeswährung Rubel stürzte auf ein Rekordtief. Die russische Notenbank kündigte ein Eingreifen an den Märkten an.

Angesichts der Eskalation in der Ukraine ist der russische Aktienindex RTS Im Laufe des Tages massiv unter Druck geraten. Der Leitindex halbierte sich zeitweise auf 610 Zähler. Zwischenzeitlich wurde der Handel sogar unterbrochen. Bis zum Abend erholte sich der Index etwas und schloss bei 742,91 Punkten. Das ist ein Minus von fast 40 Prozent und der größte Kurssturz in der Geschichte der Moskauer Börse.

Nach den heutigen Turbulenzen im Zuge der russischen Ukraine-Invasion soll am Freitag der Handel später beginnen. Es findet kein Vormittagshandel statt.

Gazprom ist die Nummer eins

Besonders heftig erwischte es Gazprom. Die Aktien stürzten wegen der Sanktionen gegen die umstrittene Gas-Pipeline Nord Stream 2 um 26 Prozent ab. Der Öl- und Gaskonzern ist das größte Schwergewicht im RTS, der derzeit die 43 größten börsennotierten Unternehmen in Russland enthält.

Auch andere Energieaktien litten unter dem russischen Börsencrash. Das zweitwertvollste RTS-Mitglied, Nowatek, ist der größte Öl- und Gasförderer in privater Hand. Auf dem dritten Platz der Mitglieder mit dem höchsten Börsenwert liegt Nornickel, der weltweit führende Nickel- und Palladiumproduzent, der außerdem noch Rohstoffe wie Platin, Kupfer, Kobalt, Rhodium, Silber, Gold und Kohle fördert.

Noch härter als Gazprom & Co wurden zwei Finanztitel getroffen: die Papiere der TCS Group und der Sberbank. Sie gelten als besonders betroffen von weiteren internationalen Sanktionen gegen den russischen Finanzsektor.

Rubel auf Rekordtief

Die russische Währung geriet ebenfalls unter Druck und fiel auf ein Rekordtief gegenüber dem US-Dollar. Im Gegenzug verteuerte sich Dollar und Euro um jeweils mehr als zehn Prozent auf 90,01 beziehungsweise 101,05 Rubel. Später konnte die russische Währung ihre Verluste wieder etwas eingrenzen.

Die russische Notenbank kündigte Interventionen am Devisenmarkt an. Außerdem wurde die Liste von Sicherheiten, die von der Notenbank gegen Zentralbankgeld akzeptiert werden, erweitert. Darüber hinaus wurde zusätzliche Liquidität für die Banken des Landes in Höhe von einer Billion Rubel angekündigt, umgerechnet elf Milliarden Euro.

Über dieses Thema berichtete WDR Aktuell Radio am 24. Februar 2022 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.