Symbolbild zur Cyberattacken | dpa

Illegales Streaming Mehr Raubkopien von Kino-Blockbustern

Stand: 25.08.2021 10:16 Uhr

Immer mehr Hollywood-Filme tauchen schon kurz nach ihrem Kinostart als Raubkopie im Internet auf. Die US-Branche drängt auf strengere Gesetze, doch die illegalen Streifen gelangen oft aus dem Ausland ins Netz.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Große Hollywood-Filme tauchen in einschlägigen illegalen Tausch- und Streamingplattformen so früh auf wie nie zuvor. Vor allem die Qualität der Raubkopien hat enorm zugenommen. 

Marcus Schuler ARD-Studio Los Angeles

Filme wie "Black Widow", "Das Selbstmordkommando" oder "Godzilla vs. Kong" konnten bereits wenige Stunden nach ihrer Veröffentlichung auf verschiedenen illegalen Plattformen heruntergeladen werden, berichtet die Website "Torrent Freak". Bild- und Tonqualität sind dem Original meist ebenbürtig, weil die Piraten Schwachstellen gefunden haben, den Kopierschutz der großen Streaming-Plattformen wie Disney, HBO Max oder Netflix auszuhebeln.

Millionen sehen Kino-Blockbuster - von Zuhause aus

So wurde der von Warner Brothers produzierte Film "Godzilla vs. Kong" allein 34 Millionen mal illegal gestreamt. Auch der Disney-Film "Black Widow" hatte unter der Piraterie zu leiden. Bereits am ersten Wochenende nach dem US-Kinostart am 9. Juli blieben die Besucherzahlen weit hinter den Berechnungen von Analysten und Filmstudio zurück. Zugleich führt der Blockbuster aber seit Wochen die illegalen Download-Charts an. Das war ein Grund, weshalb Hauptdarstellerin Scarlett Johansson Anfang August das Disney-Studio verklagt hatte.

Raubkopien kommen oft aus dem Ausland

Lobby-Firmen der Filmstudios versuchen derzeit die Politik in Washington zu überreden, neue und strengere Gesetze zu verabschieden, um dem neuen Trend Einhalt zu gebieten.

Doch viele Raubkopierer befinden sich gar nicht in den USA, sondern in Ländern wie China, wo die US-Justiz keinerlei Handhabe hat. Dass US-Filme dort in der Gunst der Zuschauer so hoch rangieren, liegt auch daran, dass viele legale Streaming-Dienste Filme in verschiedenen Sprachfassungen oder mit entsprechenden Untertiteln anbieten.

Umsatzeinbußen für Kinos und Streaming-Dienste

Die Corona-Lockdowns sind nach Meinung vieler Experten teilweise schuld an der wieder gewonnen Popularität der Raubkopien. Vor allem den Kino-Ketten, die unter der Pandemie ohnehin schon zu leiden hatten, gehen damit wertvolle Einnahmen verloren. Aber auch die Streaming-Dienste beklagen weniger neue Abo-Abschlüsse. Das "Wall Street Journal" zitiert den Betreiber einer illegalen Plattform mit den Worten: "Wie Netflix - nur ohne Passwort".

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. August 2021 um 12:56 Uhr.