Konjunkturprognose

Konjunkturprognose angehoben EU-Kommission setzt auf deutsches Wachstum

Stand: 29.11.2010 12:29 Uhr

Die Stärke der deutschen Wirtschaft könnte nach Ansicht der EU-Kommission auch die Konjunktur in Europa mit nach oben ziehen. Der Aufschwung Deutschlands dürfte sich in den kommenden beiden Jahren positiv auf andere Mitgliedstaaten auswirken, erklärte die EU-Kommission in Brüssel zu ihrer Herbstprognose. Nach 3,7 Prozent Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland in diesem Jahr sagt die EU-Behörde für das kommende Jahr ein Plus von 2,2 Prozent und für 2012 von 2,0 Prozent voraus. Für die Euro-Zone erwartet sie 2011 ein Wachstum von 1,5 Prozent, das sich 2012 etwas verstärken soll auf 1,8 Prozent. Die Prognosen für die EU lauten 1,7 Prozent Zuwachs 2011 und 2,0 Prozent im Folgejahr.

EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn
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EU-Wirtschaftskommissar Rehn

Der Aufschwung in der EU nimmt laut EU-Währungskommissar Olli Rehn Fahrt auf. Doch die Entwicklung sei in den einzelnen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich, da sich viele angesichts hoher Defizite in einer schwierigen Phase der Haushaltskonsolidierung befänden. Die Sparpolitik in diesen Ländern werde kurzfristig die Inlandsnachfrage belasten und erst auf längere Sicht für mehr Vertrauen sorgen und sich positiv auswirken.

Entwicklung sehr unterschiedlich

Deutschland verzeichnete unter den großen Euro-Ländern die kräftigste Erholung nach dem Rezessionsjahr 2009. Wie weit die Entwicklung in den Euro-Staaten auseinander klafft, zeigt sich vor allem am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit wird nach Prognose der EU-Kommission in Deutschland in den kommenden beiden Jahren deutlich sinken - zunächst auf 6,7 und dann 6,3 Prozent. In Spanien verharrt sie dagegen 2011 mit rund 20 Prozent auf einem europaweiten Rekordhoch.

Die angeschlagenen Euro-Staaten Griechenland, Irland, Portugal und Spanien werden sich nach der EU-Prognose nur langsam von der Rezession erholen: In Griechenland und Portugal wird die Wirtschaft der Prognose zufolge 2011 um drei Prozent beziehungsweise einen Prozent schrumpfen. Spanien und Irland wird immerhin ein Wachstum um 0,7 beziehungsweise 0,9 Prozent zugetraut.

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