Ein Landwirt fährt zum Ernteauftakt in Sachsen mit dem Mähdrescher über ein Gerstenfeld und erntet Getreide. | dpa

Bauernverband mit Ernteprognose Regen hat die Ernte fast überall gerettet

Stand: 07.07.2021 15:17 Uhr

Landwirte müssen alle Jahre wieder mit Kälteeinbrüchen, Rekordhitze, zu viel oder zu wenig Regen kämpfen. Zuletzt kam der Regen aber gerade richtig: In vielen Betrieben rechnen die Landwirte mit einer guten Ernte.

Ende Juni hat auf deutschen Feldern die Ernte begonnen - und sie wird in diesem Jahr wohl besser als im vergangenen Jahr ausfallen. Allerdings geht der Bauernverband davon aus, dass der Ertrag beim Getreide mit 45,4 Millionen Tonnen dennoch leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegen wird. Das würde das Vorjahresergebnis aber immer noch um fünf Prozent übertreffen, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.

Die vergangenen drei Jahre waren für die Landwirtschaft zu trocken - und obwohl die kräftigen Regenfälle zuletzt Bauern bei der Getreideernte durchaus aufatmen lassen, wirken die zurückliegenden Dürrejahre nach. Darüber hinaus ist der Regen auch nicht überall gleichermaßen angekommen: "Nach den ersten heißen Tagen des Jahres hat sich die Lage durch die Niederschläge der vergangenen zwei Wochen in vielen Regionen entspannt", so Rukwied. "In Teilen Nordostdeutschlands hat die Hitze jedoch in den Beständen Schäden verursacht, so dass die Ertragserwartungen erneut unter dem langjährigen Mittel liegen."

Wetterextreme bereiten zunehmend Probleme

Die Wetterextreme nehmen nach Angaben des Bauernverbandspräsidenten zu - allerdings gibt es ihm zufolge auch hier regionale Unterschiede: Es gebe Trockenperioden, dann wieder massiven Regen und auch Hagelschauer. Durch die Niederschläge in den vergangenen zwei Wochen habe sich die Situation in vielen Regionen entspannt. Vielerorts rechnen die Betriebe Rukwied zufolge "mit einer ordentlichen Ernte".

"Die Bauern haben ein Lächeln im Gesicht", sagte Rukwied. Mit dem Regen würden außerdem die Grundlagen für die gute Entwicklung der weiteren Kulturen wie Mais, Rüben und Gemüse gelegt.

Für die Herbstkulturen ist nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes, der für seine Ernteprognose Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden zu ihren aktuellen Ertragsschätzungen auswertet, nun der weitere Witterungsverlauf in den Sommermonaten entscheidend. Derzeit zeigten sie sich "in einem guten Zustand", erklärte Rukwied.

Nachfrage ändert sich

Am Flächenumfang des Getreideanbaus in Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum etwas geändert, wohl aber an der Zusammensetzung. Deutlich reduziert wurde die Fläche mit Sommerweizen (minus 36 Prozent) und die mit Sommergerste (minus 17 Prozent). Der Haferanbau stieg hingegen um knapp 16 Prozent an. "Beim Hafer scheint sich damit die gestiegene Rohstoffnachfrage widerzuspiegeln, die durch den verstärkten Absatz von Haferdrinks und ähnlichen Produkten entstanden ist", erklärte der Bauernverband.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Juli 2021 um 14:00 Uhr.