Walney-Windpark vor der Küste Nordwestenglands | Bildquelle: dpa

Förderung von Ökostrom Umlage sinkt - Strompreis steigt

Stand: 15.10.2018 13:01 Uhr

Im kommenden Jahr sinkt die Ökostrom-Umlage. Das könnte den Strompreis günstiger machen, wären da nicht die Zusatzkosten. Experten rechnen damit, dass Verbraucher am Ende etwas mehr zahlen müssen.

Die Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland sinkt erneut. Die sogenannte EEG-Umlage für Strom aus Wind, Sonne und Biomasse beträgt im kommenden Jahr 6,405 Cent pro Kilowattstunde. Das seien 5,7 Prozent weniger als in diesem Jahr, teilten die Betreiber der großen Stromnetze mit. Als Ursachen nannten sie höhere Preise für Ökostrom an der Strombörse und hohe Rücklagen.

Experten gehen von leicht steigenden Preisen aus

Die EEG-Umlage muss von den Verbrauchern bezahlt werden. Sie macht etwa ein Viertel des Strompreises für Privathaushalte aus. Dazu kommen Netzentgelte, Steuern, weitere Abgaben und Produktionskosten. Obwohl die Ökostrom-Umlage sinkt, gehen Branchenexperten sogar von leicht steigenden Strompreise aus. Sie erwarten, dass die Netzengelte und die Beschaffungskosten für Strom steigen - unter anderem wegen des weiteren Ausbaus der Stromtrassen.

Die EEG-Umlage wird seit dem Jahr 2000 erhoben. Wer Ökostrom produziert und in das öffentliche Netz einspeist, erhält eine gesetzlich festgelegte Vergütung von den Netzbetreibern. Diese verkaufen den Strom dann an der Börse. Weil die Preise dort niedriger sind als die festgelegte Vergütung, erhalten die Betreiber die Differenz aus der EEG-Umlage.

Kritik an Umlage für Windkraftanlagen

Die großen Stromnetzbetreiber veröffentlichten heute auch die sogenannte Offshore-Netzumlage für das kommenden Jahr. Sie beträgt 0,416 Cent pro Kilowattstunde. Über diese Umlage tragen Verbraucher die Kosten für den Anschluss von Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee an das Hauptstromnetz.

Verbraucherschützer kritisierten bereits vor der Bekanntgabe der neuen Zahlen die Verteilung der Stromkosten. Die Offshore-Netzumlage gehe vor allem zu Lasten der Verbraucher, "während die Industrie entlastet wird", hieß es vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Damit blieben die Stromkosten ein "Ärgerthema für Privathaushalte".

Deutschland ist Europameister bei Solarenergie

Nach Branchenangaben liegt Deutschland zumindest bei der Stromproduktion aus Sonnenenergie europaweit vorn - mit weitem Abstand vor den Mittelmeerländern Italien und Spanien. In diesem Jahr hätten deutsche Solarananlagen bereits 38,1 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) mit.

Anmerkung der Redaktion: Die ursprüngliche Headline "Die Energiewende bleibt teuer" wurde aus inhaltlichen Gründen nachträglich geändert.

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