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Hauptversammlung zu Konzernumbau EADS nabelt sich von der Politik ab

Stand: 27.03.2013 17:05 Uhr

Die Aktionäre des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS haben die neue Eigentümerstruktur gebilligt. Sie zielt darauf ab, den Einfluss der Politik im Unternehmen zurückzudrängen. Konzernchef Enders spricht vom Schritt in ein anderes System und träumt von der Zukunft.

Martin Bohne ARD-Studio Brüssel

Von Martin Bohne, MDR-Hörfunkstudio Brüssel

Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern kann abheben. Das ist zumindest die Überzeugung seines Chefs Thomas Enders, nachdem die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung mit deutlicher Mehrheit den Umbauplänen zugestimmt haben. "Wir bewegen uns von einem System in ein anderes", sagte Enders und meinte damit vor allem die Abnabelung des Unternehmens von der Politik.

EADS-Chef Tom Enders

"Wir bewegen uns von einem System in ein anderes" - EADS-Chef Enders.

Politischer Einfluss geht zurück

Bislang hielten Deutschland, Frankreich und Spanien direkt oder indirekt mehr als die Hälfte der Aktien und damit der Stimmrechtsanteile an dem transeuropäischen Gemeinschaftsunternehmen. Künftig werden es nicht einmal mehr 30 Prozent sein. Die privaten Großaktionäre Daimler und Lagardère, die bisher den beherrschenden deutschen beziehungsweise französischen Einfluss im Konzern sicherten, werden ihre Anteilsscheine verkaufen. Und EADS kann endlich ein normales Unternehmen werden - mit mehr Schlagkraft, so hofft Enders.

Der Umbau war Ende vergangenen Jahres unter Beteiligung der jeweiligen Regierungen in die Wege geleitet worden - als Reaktion auf die gescheiterte Fusion von EADS mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems. Diese Pläne hatte Enders vorangetrieben, um die Unternehmensgruppe zum weltweiten Branchenprimus aufsteigen zu lassen. Allerdings machte vor allem die Bundesregierung Enders einen Strich durch die Rechnung.

Ranque rückt an Spitze des Verwaltungsrats

Komplettiert wird der Umbau durch einen neuen Verwaltungsrat. Zum Vorsitzenden wählten die Aktionäre in Amsterdam den französischen Manager Denis Ranque. Von deutscher Seite sind unter anderem Enders und Daimler-Aufsichtsratschef Manfred Bischoff in dem Gremium vertreten.

Thales-Chef Denis Ranque

Denis Ranque wurde an die Spitze des EADS-Verwaltungsrats gewählt.

EADS ging vor 13 Jahren aus der Fusion der deutschen Dasa, der französischen Aérospatiale-Matra und der spanischen Casa hervor. Der wichtigste Konzernbestandteil ist der Flugzeugbauer Airbus. Dazu kommen mehrere Unternehmen in den Sparten Raumfahrt und Rüstung. Sensible militärische Programme werden jetzt in nationale Tochtergesellschaften ausgegliedert, um den Sicherheitsinteressen Deutschlands und Frankreichs gerecht zu werden. Insgesamt beschäftigt EADS weltweit über 140.000 Mitarbeiter, davon 50.000 in Deutschland.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. März 2013 um 20:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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karwandler 28.03.2013 • 00:29 Uhr

re schiebaer45

"Durch die damaligen Rüstung Aufträge.,Ich erinnere nur mal an das Noratlas Projekt,sowie Transall,Starfeigster , A300/600 und noch viele mehr." Was haben Noratlas, Transall und Starfighter mit EADS zu tun? Und warum stellen stellen Sie den Airbus A300 unter Rüstungsaufträge ein? So richtig um Stoff stehen Sie aber wirklich nicht - wenigstens das Kommentieren müßte man sich dann verkneifen.