Logo der Commerzbank | dpa

Sparpläne Commerzbank will 10.000 Stellen streichen

Stand: 28.01.2021 17:34 Uhr

Die Commerzbank will bis 2024 rund 10.000 Vollzeitstellen abbauen. In Deutschland würde dies jeden dritten Arbeitsplatz betreffen. Der Aufsichtsrat will die Sparpläne des Vorstands am 3. Februar erörtern.

Die Commerzbank plant starke Einsparungen. Die zweitgrößte deutsche Privatbank will insgesamt 10.000 Vollzeitstellen abbauen und rund jede zweite der 790 Filialen in Deutschland schließen, teilte der Frankfurter MDax-Konzern mit. In Deutschland betreffe der Stellenabbau jeden dritten Arbeitsplatz der Bank.

1,4 Milliarden Euro einsparen

Mit dem harten Sparkurs, der sich bereits im vergangenen Jahr angedeutet hatte, will das seit der Finanzkrise 2008/2009 teilverstaatlichte Institut die Kosten deutlich senken - um 1,4 Milliarden Euro bis 2024. Digitale Angebote für Kunden will die Bank, die dabei ist, ihre Online-Tochter Comdirect zu integrieren, deutlich ausbauen.

Die Sparpläne kommen nur wenige Wochen nach dem Antritt des neuen Commerzbank-Chefs Manfred Knof. "Wir wollen uns auf die Stärken der Commerzbank konzentrieren und damit ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig sichern. Dafür werden wir mit aller Konsequenz Komplexität reduzieren und Kosten senken", ließ der seit dem 1. Januar amtierende Vorstandschef mitteilen. "Unsere Ziele sind sehr anspruchsvoll, aber wir werden alles Notwendige tun, um sie zu erreichen."

Das Kreditinstitut betonte, gemeinsam mit Betriebsrat und Arbeitnehmervertretern "faire und - soweit möglich - sozialverträgliche Lösungen für den Stellenabbau" finden zu wollen.

Aufsichtsrat entscheidet am 3. Februar

Der Vorstand habe dem Aufsichtsrat den Strategieentwurf vorgelegt, so die Bank. Das Kontrollgremium solle am kommenden Mittwoch darüber entscheiden.

Die Commerzbank steht seit längerem unter Druck, sich neu aufzustellen und die Kosten zu senken, spätestens aber seit der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank und schlechten Ergebnissen zu Beginn der Corona-Krise. Doch Arbeitnehmervertreter und Investoren waren uneins über das Ausmaß der Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen.

Ähnlich radikale Sparvorhaben wie nun Knof hatte schon der bisherige Vorstand unter Führung von Martin Zielke im vergangenen Jahr entworfen. Digitalisierung und Zinstief setzen die gesamte Branche unter Druck. Doch bei der Commerzbank geriet der Konzernumbau ins Stocken, weil Zielke nach Kritik von Investoren seinen Rücktritt erklärte und zudem die Spitze des Aufsichtsrates neu besetzt werden musste.

Über dieses Thema berichtete NDR2 am 28. Januar 2021 um 16:00 Uhr in den Nachrichten.