Die US-Investmentbank Bear Stearns wird von JP Morgan Chase übernommen

Sommer 2008 Das Ende der US-Investmentbanken

Stand: 21.11.2008 16:19 Uhr

Die Krise nimmt dramatische Ausmaße an: Banken brechen zusammen, selbst große Institute wie Lehman sind nicht mehr sicher. Die Börsen befinden sich im freien Fall, der Dow Jones verbucht den größten Tagesverlust seit dem 11. September 2001. Die US-Investmentbanken erklären ihr Scheitern.

Börsenhändlerin vor Kurstafel

Die Pleiten haben dramatische Auswirkungen an den Börsen - zeitweilig befinden sich die Indizes im freien Fall.

Sommer 2008: Weltweit gehen die Milliardenabschreibungen der Banken weiter. Auch die deutschen Banken sind betroffen - die Privatbanken machen aber dennoch zunächst weiter Gewinne. Ganz anders sieht es bei einigen Landesbanken aus, die Milliardenverluste verkraften müssen und sich massiver Kritik stellen müssen. In den USA wird spätestens mit der Pleite von Indymac klar, dass auch große Institute existenziell bedroht sind.

06. September 2008: Die US-Regierung übernimmt die Kontrolle bei den US-Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac.

15. September 2008: Der "schwarze Montag": Lehman Brothers muss Insolvenz anmelden, Konkurrent Merrill Lynch wird von der Bank of America aufgekauft. Der US-Leitindex Dow Jones erleidet den stärksten Tagesverlust seit den Terrorattacken am 11. September 2001.

16. September 2008: Der Versicherungsriese AIG gerät durch Milliardenverluste in akute Kapitalnot. Die Weltbörsen setzen ihre Talfahrt fort. Die Notenbanken pumpen fast 150 Milliarden Euro in den Geldmarkt.

17. September 2008: Die US-Notenbank rettet AIG mit einem Kredit von 85 Milliarden Dollar.

18. September 2008: Weltweit fluten Zentralbanken die Märkte erneut mit frischen Milliarden. Die britische Großbank Lloyds TSB übernimmt die kriselnde HBOS. Die angeschlagene zweitgrößte US- Investmentbank Morgan Stanley nimmt laut Rundfunkberichten Fusionsverhandlungen mit dem US-Finanzkonzern Wachovia auf.

19. September 2008: Die US-Regierung kündigt ein Rettungspaket für die Finanzbranche an und löst damit ein Kursfeuerwerk an den Börsen aus. Die USA und Großbritannien verhängen ein weitreichendes Verbot für sogenannte Leerverkäufe, also Wetten auf sinkende Aktienkurse.

20. September 2008: Das Rettungspaket der USA soll mit 700 Milliarden Dollar ausgestattet werden. Damit will der Staat faule Kredite aufkaufen. Deutschland untersagt Leerverkäufe von elf im DAX- und MDAX gelisteten Finanz-Aktien, weitere Länder folgen.

22. September 2008: Das 75 Jahre alte Modell der unabhängigen US-Investmentbanken kippt. Die letzten verbliebenen Institute, Goldman Sachs und Morgan Stanley, geben ihren Sonderstatus auf und werden gewöhnliche Geschäftsbanken.

24.September 2008: Im Bankenausschuss des US-Senats wird der Rettungsplan über 700 Milliarden Dollar für die Banken scharf kritisiert. Während die Demokraten monieren, es gebe "keinen Plan B", nennt der Republikaner Bunning das Paket "unamerikanisch". In Deutschland will die Union die KfW der Bankenaufsicht unterstellen.

25. September 2008: US-Präsident George W.Bush lädt die Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain zu einem Krisentreffen ins Weiße Haus - es bleibt jedoch ergebnislos. In Deutschland gibt Finanzminister Peer Steinbrück eine Regierungserklärung zur Finanzkrise ab.

26. September 2008: Die größte Sparkasse der USA, die Washington Mutual, fällt der Finanzkrise zum Opfer. Sie wird von JPMorgan Chase übernommen. Europas größte Bank, die HSBC, streicht angesichts der Finanzkrise 1100 Stellen.

28. September 2008: Demokraten und Republikaner im US-Kongress erzielen einen Durchbruch bei den Verhandlungen über den Rettungsplan. Der US-Kongress bewilligt zudem 25 Milliarden Dollar für die kriselnden US-Autobauer.

29. September 2008: Bei der Abstimmung im US-Repräsentantenhaus wird der Kompromiss zum 700-Milliarden-Rettungsplan überraschend abgelehnt. In Deutschland gewährt die Bundesregierung dem DAX-Unternehmen Hypo Real Estate umfangreiche Kreditbürgschaften.