Konjunkturschub China meldet fast neun Prozent Wachstum

Stand: 22.10.2009 15:50 Uhr

Einkaufszentrum in Peking
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Shoppen in Peking: Privater Konsum ist treibende Kraft.

Chinas Wirtschaft hat zu alter Stärke zurückgefunden: Das milliardenschwere Konjunkturprogramm der Regierung, ein Bauboom und die Konsumlaune der Verbraucher sorgten im dritten Quartal für ein Wachstum von 8,9 Prozent. "Wir erleben eine kraftvolle Erholung", sagte der Sprecher des Statistikamtes, Li Xiaochao. Das stärkste Plus seit einem Jahr gelang trotz sinkender Exporte.

Die Volksrepublik wird so immer mehr zum Hoffnungsträger und Schwergewicht der Weltwirtschaft. Ihr Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt wird sich Experten zufolge bis 2020 auf zehn Prozent verdoppeln. Ungeachtet der Finanzkrise sieht sich China auf gutem Weg, 2009 das selbst gesteckte Wachstumsziel von acht Prozent zu erreichen.

Staat und Investoren pumpen Geld in die Wirtschaft

Peking
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Private Investoren in China finden zur Aktivität zurück.

Grund für den Aufschwung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt ist die rasante Erholung der Binnenkonjunktur. Dank des staatlichen Konjunkturpaketes von rund 400 Milliarden Euro stiegen die Investitionen in den ersten neun Monaten um ein Drittel. Pumpte in der ersten Jahreshälfte vor allem der Staat viel Geld in die Wirtschaft, sind es jetzt zunehmend private Investoren. Niedrige Zinsen sorgten für einen Bauboom, der auch durch die lockere Kreditvergabe der Banken ermöglicht wurde: Sie verliehen fast ein Drittel mehr Geld als vor Jahresfrist.

Chinesen konsumieren wieder mehr

Auch der private Konsum kommt immer mehr in Schwung. Allein im September stieg der Umsatz im Einzelhandel um 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gefördert wurde die Kauflaune des Milliardenvolks durch sinkende Preise. Die Industrieproduktion stieg mit zuletzt 13,9 Prozent ähnlich stark.

Chinas Export lahmt - trotz Weltmeistertitel

Nur der Export, lange Zeit der Konjunkturmotor Chinas, fand noch keinen Anschluss an den Aufschwung. Wegen der Rezession in den USA und bei anderen wichtigen Handelspartnern brach er zuletzt um 15,2 Prozent ein, obwohl die Regierung den Yuan-Kurs künstlich niedrig hält und damit die Ausfuhren verbilligt. Dennoch löste die Volksrepublik im ersten Halbjahr Deutschland als führende Exportnation ab.

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