Handelskonflikt mit der EU China erhebt Zölle auf Chemikalie

Stand: 27.06.2013 13:05 Uhr

China hat im Handelsstreit mit der EU eine neue Runde eingeläutet. Die Volksrepublik will ab Freitag Strafzölle in Höhe von bis zu 37 Prozent auf eine aus der Europäischen Union importierte Chemikalie erheben. Das kündigte das chinesische Handelsministerium an. Dabei handelt es sich um die Substanz Toluidine, die in der Agrarchemie, in der Pharmaproduktion, in der Reifenherstellung und bei der Produktion von Pigmenten zum Einsatz kommt. Die Zölle liegen den Angaben nach zwischen 19,6 und 36,9 Prozent. Sie sollen ab Freitag für fünf Jahre gelten.

Starke Nachfrage der Chemikalie

Flagge Chinas
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Nach den EU-Zöllen auf chinesische Solarpanel kündigt China nun neue Abgaben an.

Zu den betroffen Unternehmen zählt der Chemie-Konzern Lanxess, der die Substanz in Leverkusen produziert. Für das Unternehmen soll eine Zollabgabe von 19,6 Prozent auf Toluidine-Exporte nach China erhoben werden. In Reaktion auf die Ankündigung erklärte Lanxess, dass die Substanz derzeit außerhalb Chinas in Amerika und in Europa stark nachgefragt werde. Die Strafzölle wirkten sich nicht auf das Ergebnis aus, sagte ein Sprecher. Der Chemiekonzern BASF ist nach eigenen Angaben nicht betroffen.

Gegenseitige Strafzölle

Die EU hatte unlängst trotz Kritik aus Deutschland Schutzzölle für Solarpanel-Importe aus China beschlossen. Die EU-Kommission wirft der Volksrepublik unfairen Wettbewerb vor. Kritiker argumentieren, dass Solarmodule aus China nur deshalb auf einen Marktanteil von 80 Prozent in Europa kommen, weil sie weniger kosteten als die Produktion.

Die Volksrepublik hatte nach dem Beschluss zu den Solarpaneln angekündigt zu prüfen, ob europäische Winzer auf dem chinesischen Markt mit Dumping-Preisen und mit Hilfe unzulässiger Subventionen operieren. Die EU hat in dem Handelsstreit inzwischen die Welthandelsorganisation (WTO) eingeschaltet.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Juni 2013 um 12:30 Uhr.

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