Chinas Außenhandel bricht ein Ein Minus von fast 15 Prozent

Stand: 13.04.2015 09:59 Uhr

Experten hatten ein Plus erwartet, doch die Konjunkturdaten aus China sind überraschend schlecht: ein Minus von fast 15 Prozent bei den Exporten und ein massiver Rückgang bei den Importen. Die Führung begründet das mit der "komplizierten" Weltkonjunktur.

Die chinesischen Exporte sind überraschend eingebrochen. Die Ausfuhren fielen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,6 Prozent, wie die Zollverwaltung mitteilte. Auch die Importe gingen zu zurück - und zwar mit 12,3 Prozent so stark wie seit Mai 2009 nicht mehr.

Welchen Einfluss hatten die Neujahrsferien?

Eine Baustelle in Peking
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Der Bauboom in Peking und anderen Städten hält an, doch die Außenhandelszahlen sind schlecht.

Die Zollbehörde verwies zur Begründung auf die "komplizierte" Konjunktur weltweit. Ein Sprecher betonte jedoch auch, dass vor allem der späte Beginn der Neujahrsferien in diesem Jahr Ende Februar verantwortlich sei, in denen zahlreiche Fabriken ihre Tore schließen. Ohne diese Ferien wären die Exporte nur um 4,4 Prozent zurückgegangen, erklärte der Sprecher.

Experten sehen die Zahlen äußerst kritisch. Viele Analysten hatten damit gerechnet, dass die Zahlen rund um das chinesischen Neujahrsfest deutlich steigen würden. Der Volkswirt Louis Kuijs von der Royal Bank of Scotland in Hongkong erklärte, die Exportstatistik sei ein Warnsignal für weltweite Nachfrage und die Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft: "Es ist eine schwache Zahl, die weit hinter den Erwartungen zurückblieb."

Experten erwarten Lockerung der Geldpolitik

Marktanalyst Satoshi Okagawa von der Bank Sumitomo Mitsui warnte vor überzogenem Konjunktur-Pessimismus. Er rechne fest mit einer weiteren Lockerung der chinesischen Geldpolitik, um der schwächelnden Wirtschaft unter die Arme zu greifen.

Die wirtschaftliche Entwicklung wird von der Führung in Peking mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, weil eine Schwäche in der Exportwirtschaft auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte. Die kommunistische Regierung fürchtet, dass es bei einem Anstieg der Erwerbslosigkeit zu Unruhen kommen könnte. Der Arbeitsmarkt hat sich bislang aber überraschend stabil gezeigt.

Chinas Wirtschaft war im vergangenen Jahr nur um 7,4 Prozent gewachsen; es war die geringste Zunahme seit 24 Jahren. Die Regierung in Peking senkte im vergangenen Monat ihr Wachstumsziel auf rund 7,0 Prozent für dieses Jahr.

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