Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, und die Medienunternehmerin Friede Springer (Archiv) | Bildquelle: dpa

Schenkung an Medienmanager Springer macht Döpfner zum Milliardär

Stand: 24.09.2020 19:24 Uhr

Springer-Chef Döpfner steigt zum Großaktionär des Berliner Medienhauses auf. Verlegerwitwe Friede Springer verkauft ihrem Vertrauten rund 4,1 Prozent des Grundkapitals und schenkt ihm weitere rund 15 Prozent.

Die von Mathias Döpfner gekauften 4,1 Prozent sind rund 276 Millionen Euro wert, wie aus einer Pflichtmitteilung des Großaktionärs KKR hervorgeht. Das geschenkte Paket von etwa 15 Prozent hat folglich einen Schätzwert von gut einer Milliarde Euro. Der 57-jährige Medienmanager hält damit künftig mit seinem bisherigen Anteil von knapp drei Prozent insgesamt rund 22 Prozent an der Axel Springer SE.

Größter Aktionär mit knapp 48 Prozent ist der US-Finanzinvestor KKR. Gleichzeitig gab Friede Springer bekannt, dass die Stimmrechte ihres verbleibenden Aktienpakets von rund 22,5 Prozent künftig von Döpfner ausgeübt werden sollen.

Döpfner als "Nachfolger" bezeichnet

Döpfner gilt seit Jahren als enger Vertrauter und Ziehsohn von Friede Springer. Zu ihrem 70. Geburtstag schenkte die Verlegerin dem Vorstandsvorsitzenden bereits Springer-Aktien im Wert von rund 73 Millionen Euro - damals ein Anteil am Grundkapital von zwei Prozent.

"Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich mit Mathias meinen Nachfolger gefunden habe", begründete die stellvertretende Aufsichtsratschefin ihren Schritt nun. "Ich habe immer gesagt, dass ich für Kontinuität im Unternehmen sorgen werde." Die Zukunft des Hauses sei ihr ein Leben lang sehr wichtig gewesen. "Ich habe eine ideale Lösung gefunden, um die Zukunft von Axel Springer und die meiner Stiftung abzusichern und beide Sphären wie bisher voneinander zu trennen." Die 276 Millionen Euro fließen nun in die gemeinnützige Friede Springer Stiftung ein.

Börsenabschied im April

Nach dem Einstieg von KKR hatte Springer im April nach 35 Jahren die Börse verlassen. Das Geld des US-Finanzinvestors soll helfen, langfristiges Wachstum und Übernahmen zu finanzieren. Springer sieht sich europaweit als führender Digitalverlag.

Im Übernahme-Poker um das Kleinanzeigen-Geschäft des US-Onlineriesen Ebay zog Springer allerdings zuletzt den Kürzeren. Die Online-Anzeigenportale Ebay Kleinanzeigen und Mobile.de gingen für 9,2 Milliarden Dollar an den Konkurrenten Adevinta.

rtr/la

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. September 2020 um 15:45 Uhr.

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