Joe Biden | picture alliance / AP Photo

Von Crash keine Spur Fabelhafter Börsenstart für Joe Biden

Stand: 27.11.2020 13:37 Uhr

Wie würde die Wall Street auf eine Wahl Joe Bidens zum Präsidenten reagieren? Amtsinhaber Donald Trump prognostizierte, meinungsstark wie gewohnt, einen zünftigen Crash – er lag völlig daneben.

Seit dem Wahltag hat der marktbreite US-Index S&P 500 um satte 7,7 Prozent zugelegt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg ausgerechnet hat, ist Biden damit die zweitbeste Bilanz eines neu gewählten künftigen Präsidenten in den vergangenen 90 Jahren gelungen. Lediglich Ronald Reagan habe 1980 eine bessere Bilanz gehabt.  

Hinzu kämen bei Biden laut Bloomberg noch drei Allzeithochs sowie weltweit haussierende Börsen. Was Donald Trump besonders ärgern dürfte: Das Plus ist dreimal so hoch wie nach seiner Wahl im Jahr 2016.  

An der Bilanz von Trumps Präsidentschaft dürften längst Historiker arbeiten. Dass seine Fähigkeiten als Prognostiker beschränkt sind, dürfte hingegen bereits feststehen. Schließlich hatte er angekündigt, dass die Börsen im Falle einer Wahl Bidens zusammenbrechen würden.

Reduzierte Risiken

Allerdings zeigen die Kursgewinne auch, wie sehr die Börse an Zufällen hängt: Kurz nach der Wahl Bidens hatten zunächst Biontech und Pfizer, anschließend auch Moderna und AstraZeneca, erfolgreiche Impfstoff-Studien vorgelegt. Nicht nur die Wall Street, auch andere Börsen hatten zum Teil euphorisch auf die ersten Nachrichten reagiert.   

Trump on Wall Street | picture alliance / AP Photo

Donald trump auf einem Monitor der NYSE Bild: picture alliance / AP Photo

Hinzu komme Experten zufolge die Erleichterung der Anleger darüber, dass ein zuvor durchaus für möglich gehaltenes Chaos nach der Wahl ausgeblieben und das Ergebnis letztlich eindeutig sei: Das Risiko politischer Unsicherheit habe sich reduziert, sagt Angelo Kourkafas, Investment Stratege bei Edward Jones, gegenüber Bloomberg.

Unabhängig davon stand nie in Frage, dass die Wall Street mit einem Präsidenten Biden gut würde leben können. Historisch gesehen haben demokratische Präsidenten den Börsen ohnehin mehr Kursgewinne beschert als republikanische. Besonders aussagekräftig sind diese Vergleiche allerdings nicht unbedingt, denn man muss imemr auch die historische Situation betrachten.

ts