Warren Buffett

Indizien für einen Einstieg Tesla: Warren Buffetts geheime Liebe?

Stand: 11.12.2020 14:47 Uhr

Dass der Investmentguru in Aktien des Elektroautobauers Tesla investieren könnte, erschien lange Zeit eher unwahrscheinlich. Doch eine Mitteilung von Buffetts Investmentgesellschaft und einige Indizien lassen nun den Schluss zu.

Leise, still und heimlich könnte sich Buffetts Investment-Holding Berkshire Hathaway mit Anteilen an Tesla eingedeckt haben - so leise, wie das mit einer Investition im möglicherweise zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich gerade noch geht.

Mehrere Finanzmedien haben bei der Story, die vielleicht aber auch gar keine ist, tüchtig kombiniert und ihre Schlüsse gezogen. Zum Beispiel aus einer Mitteilung von Berkshire an die US-Börsenaufsicht. Danach hat die Gesellschaft ein größeres Investment getätigt, will dies aber nicht an die große, öffentliche Glocke hängen, angeblich um den Kurs der entsprechenden Aktie nicht stark zu beeinflussen.

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Knapp unter dem Radar

Da eine öffentliche Meldung über einen Anteil, der über fünf Prozent hinausgeht, erforderlich wäre, hat sich Buffett womöglich bewusst knapp unter diesen fünf Prozent engagiert, vielleicht, um dann später noch größere Positionen aufzubauen, den Preis des Papiers aber bis dahin nicht zu stark nach oben zu hieven. Das würde bei Tesla sicher geschehen, wenn ein Kauf durch Buffett tatsächlich bestätigt würde.

Dass es sich bei der Aktie, in die der Starinvestor eingestiegen ist, um Tesla handeln könnte, darauf geben die Quartalsberichte von Unternehmen bei der US-Börsenaufsicht einen Hinweis. Denn laut diesen 13F-Filings hat offenbar ein unbekannter Investor rund 50 Millionen Tesla-Aktien im dritten Quartal 2020 erworben - und ist damit knapp unter der meldepflichtigen Schwelle geblieben. Der Wert der Aktien zum vermuteten Kaufzeitpunkt: Rund elf Milliarden Dollar.

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"Sonderbar" und "überschätzt"?

Sollte sich die Vermutung als Tatsache herausstellen, wäre dies ein Paukenschlag. Von einer großen Verbundenheit oder gegenseitigen Wertschätzung der beiden Milliardäre Warren Buffett und Tesla-Chef Elon Musk war bislang nichts zu lesen. Musk hatte sich mit den Worten zitieren lassen, er sei "nicht der größte Fan" von Altmeister Buffett. Der wiederum hatte öfter die Ansicht durchblicken lassen, dass Musk dazu neige sich zu "überschätzen". Buffetts Vertrauter und Freund Charlie Munger hatte Anfang 2020 noch gesagt, die Tesla-Aktie sei zu schwer einzuschätzen und Elon Musk sei "sonderbar".

Vielleicht haben Buffett und Munger ihre Meinung inzwischen geändert. Die zuletzt guten Quartals- und Absatzzahlen bei Tesla könnten der Auslöser für ein neu erwachtes Kaufinteresse gewesen sein. Buffett legt bei Investitionsentscheidungen stets Wert auf ein nachvollziehbares Geschäftsmodell - vielleicht findet er dieses bei Tesla inzwischen vor.

AB

Quelle: boerse.ard.de
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