Va-Q-Tec

Aktie auf Rekordhoch Impfstofflogistik: Anleger reißen sich um Va-Q-Tec

Stand: 16.11.2020 11:08 Uhr

Aktien von Va-Q-Tec setzen ihre Kursrally fort und steigen auf ein neues Rekordhoch. Der Spezialist für Thermo-Hochleistungsverpackungen profitiert natürlich von der aktuellen Impfstoff-Euphorie.

Am Freitag hatte der Würzburger Hersteller von Thermoboxen mitgeteilt, er werde Tiefkühl-Behälter zum Transport eines der ersten Corona-Impfstoffe liefern. Va-Q-Tec habe eine Eckpunkte-Vereinbarung mit einem "globalen Top-Pharmahersteller" geschlossen, mit denen der Impfstoff nach der erwarteten Zulassung im ersten Quartal 2021 weltweit ausgeliefert werden soll, hieß es. Der Auftrag habe ein hohes einstelliges Millionen-Euro-Volumen.

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Den Namen des Auftraggebers nannte Va-Q-Tec nicht. Man sei aber mit weiteren Herstellern in fortgeschrittenen Verhandlungen. Der von BioNTech und Pfizer entwickelte Corona-Impfstoff muss bei Temperaturen von minus 70 Grad transportiert werden.

Auftragsbücher füllen sich

Die Anleger sind begeistert: Aktien von Va-Q-Tec schießen in der Spitze um 41,7 Prozent auf 53,00 Euro in die Höhe - und damit auf den höchsten Stand ihrer vierjährigen Börsengeschichte. Anfang August waren die Titel noch für etwas mehr als 16 Euro zu haben.  

Pfizer
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Pfizer arbeitet an Corona-Impfstoff

"Impfstoff-Aufträge werden immer wahrscheinlicher", hatte unlängst die Berenberg Bank angemerkt. Sollte die Auslieferung von Impfstoffen beginnen, könnten sich die vorhandenen Kapazitäten rasch als unzureichend erweisen - und die Auftragsbücher von Va-Q-Tec sich rasch füllen.   

Auch die Post mischt mit

Neben Laborausrüstern und Herstellern von Thermoboxen bringen sich derweil auch die Logistiker in Stellung, die den Impfstoff transportieren müssen. Anlässlich der Quartalszahlen hatte Postchef Frank Appel gesagt, der Konzern befinde sich in Gesprächen mit Pharmaunternehmen und Regierungen. Die Post könne auch Impfstoffe transportieren, die extrem gekühlt werden müssten. "Die Verteilung wird nicht an der Logistik scheitern", hatte Appel betont.

Curevac
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Curevac Labor

Der Impfstoff von Pfizer und Biontech beispielsweise soll nach Angaben der Firmen laut bisherigen Erkenntnissen aber nur fünf Tage bei Kühlschranktemperatur stabil bleiben. Für längere Zeiträume muss er bei minus 70 Grad gelagert werden, was die Logistik kompliziert macht.

Der derzeit in der Entwicklung befindliche potenzielle Corona-Impfstoff der Tübinger Pharmafirma Curevac kann nach Unternehmensangaben dagegen monatelang bei normaler Kühlschranktemperatur gelagert werden: Der Wirkstoff bleibe bei einer Temperatur von fünf Grad für mindestens drei Monate stabil. Außerdem bleibe er bis zu 24 Stunden bei Raumtemperatur verwendbar.

ts

Quelle: boerse.ard.de
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