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Nach Urteil des Verfassungsgerichts RWE erwartet weiterhin Entschädigung

Stand: 12.11.2020 11:30 Uhr

RWE sieht seine Rechtsposition nach der erfolgreichen Klage von Vattenfall wegen der Entschädigung für den Atomausstieg unverändert. Derweil läuft es wirtschaftlich gut für den Energieriesen.

RWE verbesserte sein bereinigtes Ergebnis (Ebitda) in den ersten neun Monaten des Jahres auf 2,2 Milliarden Euro. Das sind 200 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit lag RWE im Rahmen dessen, was Analysten erwartet hatten.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs noch stärker mit 29 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Der Überschuss lag nach den ersten neun Monaten bei 762 Millionen Euro.

Tauschgeschäft abgeschlossen

Bei dem früheren Konkurrenten Eon lief es 2020 nicht ganz so gut. Eon musste seine Jahresziele im Sommer zusammenstreichen, operativ läuft es schlechter als im vergangenen Jahr - auch wenn sich der Konzern robust zeigt in der Krise.

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Beide Energiekonzerne haben ihr bereits vor Jahren ausgehandeltes Tauschgeschäft 2020 endgültig abgeschlossen. Im Rahmen des Deals haben die beiden Unternehmen die frühere RWE-Tochter Innogy zerschlagen und untereinander aufgeteilt.

In direktem Wettbewerb stehen die Konzerne seitdem nicht mehr. RWE konzentriert sich jetzt auf die Erzeugung Erneuerbarer Energien. Eon dagegen hat die Verantwortung über Netze und Vertrieb übernommen.

Windanlagen deutlich besser ausgelastet

Gute Ergebnisse lieferten in diesem Jahr die Offshore-Windanlagen auf See, weil sie deutlich besser ausgelastet waren. Sie steuerten etwa ein Drittel zum operativen Ergebnis bei. Auch in der Sparte Biomasse/Wasser/Gas konnte RWE deutlich zulegen, was am Wiedereinsetzen des britischen Marktes lag.

Abstriche musste RWE dagegen beim Energiehandel machen: Hier ging das operative Ergebnis deutlich zurück: In kleinerem Umfang macht sich hier dann doch die Corona-Krise bemerkbar, weil die Rohstoffpreise im Zuge der Pandemie eingebrochen waren.

Dreistelliger Millionenbetrag Entschädigung erwartet

Für das Gesamtjahr peilt RWE weiter ein bereinigtes Ebitda von 2,7 bis 3,0 Milliarden Euro an. Der Überschuss soll zwischen 0,85 und 1,15 Milliarden Euro liegen. Bereits im Sommer teilte der Konzern auch mit, dass er das obere Ende der Spanne anpeile. Aktionäre können deshalb mit einer höheren Dividende rechnen. Hier peilt RWE für das laufende Jahr 0,85 Euro je Aktie an und damit fünf Cent mehr als im Vorjahr.

Das heutige Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Sachen Vattenfall sieht RWE positiv. "Nach erster Einschätzung wird sich unsere Rechtsposition definitiv nicht verschlechtern", sagte Finanzchef Markus Krebber auf einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Der Konzern erwartet deshalb weiterhin eine Entschädigung für den Atomausstieg in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrags.

Die Karlsruher Richter hatten nach einer Klage des Energiekonzerns Vattenfall entschieden, dass der finanzielle Ausgleich für bestimmte Kraftwerksbetreiber wegen des beschleunigten Atomausstiegs nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima noch einmal komplett neu geregelt werden muss. RWE war an diesem Verfahren nicht beteiligt.

lg