T-Mobile Laden in New York

Prognose erhöht Telekom: Starke Tochter, starke Prognose

Stand: 12.11.2020 08:32 Uhr

Beflügelt durch den Zusammenschluss der US-Tochter T-Mobile US mit dem kleineren Konkurrenten Sprint traut sich die Deutsche Telekom erneut mehr zu.

Die Telekom könne ihre Prognose dank guter Geschäfte auf beiden Seiten des Atlantiks erhöhen, sagte Telekom-Chef Tim Höttges am Morgen bei der Vorlage der Quartalszahlen. "Und wir können das, obwohl auch wir in einigen Bereichen die Auswirkungen der Pandemie spüren."

Demnach rechnet Europas größter Telekomkonzern nun für 2020 mit einem bereinigtem Ergebnis (Ebitda) ohne Leasingaufwendungen von mindestens 35 Milliarden Euro statt bisher rund 34 Milliarden Euro.

Integration von Sprint schneller als gedacht

Der Telekom kommt zu Gute, dass die Integration der ehemaligen Softbank-Tochter Sprint in den USA schneller voran geht als erwartet, was Geld spart. T-Mobile US zählte jüngst erstmals mehr als 100 Millionen Kunden und Firmenchef Mike Sievert kündigte an: "Wir fangen erst an."

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Die USA sind für die Telekom der mit Abstand wichtigste Markt: Fast zwei Drittel des Konzernumsatzes stammen aus dem Land, beim operativen Ergebnis war es ein ebenso großer Anteil.

Von Juli bis September kletterte das bereinigte Ebitda des Bonner Konzerns um fast 50 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um fast 32 Prozent auf 26,4 Milliarden Euro zu. Damit übertraf die Deutsche Telekom die Prognosen von Analysten. Diese hatten in einer vom Unternehmen selbst in Auftrag gegebenen Umfrage im Schnitt Erlöse von knapp 25,8 Milliarden Euro und ein bereinigtes Betriebsergebnis von 9,03 Milliarden Euro erwartet.

Flaute bei T-Systems

Auch die Telekom bekam die Folgen der Corona-Krise zu spüren. Wegen des deutlich zurückgegangenen Reiseverkehrs fielen die Roaming-Einnahmen niedriger aus, was den Umsatz in Deutschland zurückgehen ließ.

Da machte sich auch die Flaute beim Smartphone-Absatz bemerkbar, weil Kunden unter anderem auf das neue iPhone-Modell warteten. Hauptsächlich schlug die Krise allerdings im Großkundengeschäft ins Kontor. Der Auftragseingang bei T-Systems brach um ein Viertel auf nur noch 700 Millionen Euro ein.

An der Börse kommen die Zahlen gut an. Beim Broker Lang & Schwarz kletterten sie zeitweise um über drei Prozent auf 15,45 Euro. Damit zeichnet sich ein Test des Chartwiderstands bei 15,50 Euro ab, der die Papiere seit Sommer bereits mehrfach ausgebremst hat.

lg/rtr/dpa

Quelle: boerse.ard.de
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