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Corona-Gewinner So stark profitiert Home24 vom Online-Möbelboom

Stand: 11.11.2020 11:29 Uhr

In Corona-Zeiten investieren immer mehr Menschen in ein schönes und gemütliches Zuhause. Davon profitiert auch das Online-Möbelkaufhaus Home24. Das Unternehmen hat seine Jahresziele nochmals angehoben.

Von Angela Göpfert, boerse.ARD.de

Das Home24-Management erwartet nun für 2020 ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 38 bis 42 Prozent sowie eine bereinigte Ebitda-Marge zwischen 2 und 4 Prozent. Die neue Umsatzprognose liegt damit deutlich über den ursprünglichen Annahmen.

Mut macht der Geschäftsverlauf im dritten Jahresviertel, Home 24 verzeichnete nach eigenen Angaben ein weiteres Rekordquartal: Die Anzahl der Bestellungen kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent auf rund 787.000. Mehr als die Hälfte der Aufträge kam aus Lateinamerika.

Konzernweit kletterten die Erlöse um 39 Prozent auf knapp 118 Millionen Euro. Dabei erzielte Home24 eine positive bereinigte Ebitda-Marge von 4 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte diese noch bei minus 9 Prozent gelegen.

Cocooning liegt im Trend

Hintergrund der stark verbesserten Kennziffern ist die neue Lust am Zuhause im Zuge der Corona-Pandemie. "Cocooning", also das Einigeln im gemütlichen Zuhause, ist das Wort der Stunde. Der Online-Möbelhandel zählt zu den großen Gewinnern der Corona-Krise. Experten gehen von einem nachhaltigen Trend aus; viele Kunden, die E-Commerce erstmals bei Möbeln ausprobiert haben, dürften dabeibleiben.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Accenture wird das Heim in der Corona-Krise zum "sicheren Zufluchtsort". Die sei ein "Weckruf für Unternehmen", die sich auf diese neue Nachfrage einstellen müssen, wenn sie von dem Boom profitieren wollten.

Irre Rally bei Home24 und Westwing

Home24 hatte sich bereits frühzeitig, quasi per Geschäftsmodell, auf genau diese Nachfrage eingestellt. Kein Wunder, dass die Aktie 2020 eine beeindruckende Rally aufs Parkett gelegt hat: Trotz des Einbruchs von mehr als 17 Prozent seit Montag im Zuge des Impfstoff-Rotation-Trades steht seit Jahresbeginn ein Plus von knapp 180 Prozent zu Buche.

Noch beeindruckender fiel die Corona-Rally bei der Konkurrenz aus: Papiere des Online-Möbeldienstes Westwing schnellten im gleichen Zeitraum um knapp 500 Prozent in die Höhe.

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Bald im SDax?

Beide Unternehmen gelten daher als heiße Kandidaten für einen Aufstieg in den SDax. Im Dezember tagt der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse erneut. Home24 und Westwing haben überdies eine weitere Gemeinsamkeit: Beide stammen aus der Start-up-Schmiede Rocket Internet.

Heute hält Rocket Internet noch 25,2 Prozent der Anteile an Westwing und 7,1 Prozent der Anteile an Home24. Größter Home24-Einzelaktionär ist der Hedgefondsmanager Ari Zweimann mit knapp 19 Prozent. 48,4 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Minus-Geschäft für Anleger der ersten Stunde

Die Home24-Aktie reagiert nach anfänglichen Verlusten mit deutlichen Gewinnen auf die Zahlenvorlage und Prognoseanhebung. Scheint so, als wäre der Impfstoff-Rotation-Trade vorerst am Ende.

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Allerdings ist die Home24-Aktie für Anleger der ersten Stunde weiterhin ein klares Verlustgeschäft. Aktuell beträgt der Abschlag zum Emissionspreis von 23 Euro aus dem Jahre 2018 noch 36 Prozent.

Quelle: boerse.ard.de
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