Air France- und KLM-Flieger | picture alliance / AP Photo

Milliardenverlust im dritten Quartal Staatshilfen für Airline KLM gestoppt

Stand: 01.11.2020 09:47 Uhr

Die niederländische Regierung hält Staatshilfen für den niederländischen Teil von Air France-KLM zurück, weil die Pilotengewerkschaft den Verzicht auf Lohnerhöhungen bis 2025 abgelehnt hat. Die Lage der Fluggesellschaft ist schwierig.

KLM sollte vom Staat 3,4 Milliarden Euro an Unterstützung wegen der Corona-Pandemie erhalten. KLM werde nicht sofort Konkurs anmelden müssen, sagte inanzminister Wopke Hoekstra. Die Reserven dürften jedoch nur noch ein paar Monate zum Überleben reichen.

Die niederländische Regierung hatte Hilfen für das angeschlagene Unternehmen unter anderem davon abhängig gemacht, dass die Löhne und Gehälter fünf Jahre lang eingefroren werden. Die Gewerkschaft argumentiert, bereits dem Verzicht auf Lohnerhöhungen bis zum März 2022 zugestimmt zu haben. Es sei nicht möglich, dieses Abkommen kurzfristig zu verändern.

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Teure Abfindungen

Die Nachricht kommt in einer für die Airline kritischen Lage: So beförderte Air France-KLM im sonst so wichtigen Sommerquartal bis Ende September fast 70 Prozent weniger Passagiere als ein Jahr zuvor. Der Umsatz sackte im dritten Quartal um zwei Drittel auf 2,5 Milliarden Euro nach unten.

Die Abfindungen für tausende Piloten, Flugbegleiter und Bodenmitarbeiter, die wegen der Branchenkrise ihre Jobs verlieren, zogen das natürlich bereits wegen der Pandemie massiv belastete Nettoergebnis zusätzlich in den Keller. Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Fehlbetrag von 1,7 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten summiert sich das Minus damit auf 6,1 Milliarden Euro.

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Flugplan wird zusammengestrichen

Im vierten Quartal soll die französische Sparte Air France nur noch 35 Prozent ihres Flugangebots aus dem Vorjahr anbieten, teilte der Konzern mit. Bei der niederländischen KLM sollen es etwa 45 Prozent sein. Zuvor hatte das Management mit einem Flugangebot von fast zwei Dritteln des Vorjahres geplant.

Die Konzernführung um Air-France-KLM-Chef Benjamin Smith kann nach eigener Darstellung derzeit kaum einschätzen, wie sich die Nachfrage nach Flugtickets weiter entwickelt. Die Menschen buchten inzwischen viel kurzfristiger als früher, hinzu kämen die wechselnden coronabedingten Reisebeschränkungen. Der Lockdown in Frankreich, der an diesem Freitag begonnen hat, mache das Geschäft des Konzerns noch schwieriger.

Lufthansa Maschinen im Hangar | picture alliance / Boris Roessler / dpa

Lufthansa Maschinen im Hangar Bild: picture alliance / Boris Roessler / dpa

Andere Airline-Konzerne wie die Lufthansa, Ryanair und die British-Airways-Mutter IAG haben ihre Flugpläne für den Rest des Jahres bereits früher zusammengestrichen. So will die Lufthansa im vierten Quartal sogar maximal 25 Prozent ihrer Vorjahreskapazität anbieten.

ts