Satya Nadella

Gewinnsprung Warum Microsoft so stark wächst

Stand: 28.10.2020 08:52 Uhr

Mit zunehmender Größe werden Unternehmen oftmals schwerfällig und unbeweglich. Nicht so Microsoft. Der Software-Gigant hat seinen Nettogewinn um beeindruckende 30 Prozent steigern können. Das sind die Gründe.

Von Angela Göpfert, boerse.ARD.de

Während andere Unternehmen unter der globalen Konjunkturschwäche ächzen, blüht das Unternehmen aus Redmond im US-Bundesstaat Washington in der Corona-Krise erst so richtig auf. 13,9 Milliarden Dollar – so viel verdiente Microsoft allein im abgelaufenen Geschäftsquartal. Das sind 30 Prozent mehr als noch im Vorjahresquartal – und deutlich mehr als Analysten erwartet hatten.

Der Umsatz zog derweil um zwölf Prozent auf 37,2 Milliarden Dollar an. Mit anderen Worten: Der Gewinn wuchs stärker als die Erlöse, Microsoft hat seine Profitabilität im dritten Quartal deutlich gesteigert.

Beeindruckendes Cloud-Wachstum

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In der Wolke liegen die Gewinne

Ein genauerer Blick in den Quartalsbericht verrät, wo die Gewinne herkommen: Demnach legte das operative Ergebnis in der Azure-Sparte, also im Cloud-Geschäft, von Juni bis September um knapp 40 Prozent zu. Die Sparte ist mittlerweile die wichtigste des Konzerns, die Wachstumsaussichten sind beeindruckend.

Der Software-Konzern hatte den Trend, dass immer mehr Software-Anwendungen in die Wolke abwandern, zwar erst relativ spät erkannt. Amazon mit seinen Web Services gilt hier als Vorreiter. Doch Microsoft holt nun rasant auf.

Die Corona-Krise hat den Bedarf nach Datenspeicherung in Online-Rechenzentren bei den Kunden erhöht. "Die Nachfrage nach unseren Cloud-Angeboten sorgt für einen starken Start in das Geschäftsjahr", erklärte Finanzchefin Amy Hood.

Profiteur des Home-Office-Trends

Microsoft Office
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In der Krise steigt der Bedarf an Microsoft-Office-Produkten

Neben den Cloud-Angeboten verhalfen auch die Office-Angebote Microsoft zu einem deutlichen Plus auf der Einnahmeseite. Microsoft profitierte hier ebenfalls vom Home-Office- und Home-Schooling-Trend. Plötzlich benötigten Mitarbeiter und Schüler die Software, um von zu Hause aus arbeiten und lernen zu können.

Dabei wird Software im Gegensatz zu früher immer öfter als Dienstleistung, als Abonnement angeboten. Dadurch verstetigen sich die Einnahmeströme.

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Videospiele-Boom lässt Gewinne bei Microsoft sprudeln

Nicht zuletzt profitierte Microsoft auch von dem in der Corona-Krise aufflammenden Videospiele-Boom. Der Gewinn aus dem Verkauf von Xbox-Konsolen, -Spielen und -Dienstleistungen sprang im abgelaufenen Geschäftsquartal um 30 Prozent in die Höhe.

Digitale Transformation nimmt Fahrt

Home-Office- und Home-Schooling-Trend plus Videospiele-Boom gleich Gewinnsprung. Auf diese etwas verkürzte, aber einprägsame Formel lässt sich also das Microsoft-Gewinnrezept bringen.

Die Corona-Krise wirkt hierbei als Trendbeschleuniger, wie Microsoft-Chef Satya Nadella schon im Frühjahr betonte: "Wir haben in zwei Monaten eine digitale Transformation erlebt, für die sonst mindestens zwei Jahre nötig wären."

Enttäuschender Ausblick

Die Microsoft-Aktie zeigte sich indes von dem Zahlenwerk überraschend unbeeindruckt. Dahinter könnten Gewinnmitnahmen stecken, immerhin hat das Papier seit Jahresbeginn über 35 Prozent zulegen können.

Weitere Kursinformationen zu Microsoft

Das könnte aber auch daran liegen, dass Microsoft mit seinem Ausblick auf das kommende Quartal etwas hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb. Microsoft stellte für das laufende Weihnachtsquartal, in dem es auch die neue Xbox-Konsolen auf den Markt bringen will, einen Gewinn von 39,5 bis 40,4 Milliarden Dollar in Aussicht.

Quelle: boerse.ard.de
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