Banken-Skyline Frankfurt | Imago

Studie der Helaba Frankfurt verliert 2.000 Bank-Jobs

Stand: 21.10.2020 13:24 Uhr

Der allgemeine Beschätigungsabbau im Zuge der Corona-Pandemie trifft nun auch den Bankenstandort Frankfurt. Laut einer Studie der Helaba dürften bis Ende 2022 rund 2.000 Stellen wegfallen.

Tatsächlich erwarten die Volkswirte der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) bis Ende 2022 einen Rückgang der Bankbeschäftigten in Frankfurt auf etwa 62.700, wie eine heute veröffentlichte Studie ergab. Das seien rund 2.000 Beschäftigte beziehungsweise drei Prozent weniger als zum Zeitpunkt des Corona-Ausbruchs Anfang 2020. Je nach Entwicklung der Pandemie sei auch noch ein deutlich stärkerer Arbeitsplatzabbau zu befürchten.

Zwar dürften die coronabedingten Insolvenzen und Kreditausfälle für die deutsche Bankenbranche verkraftbar sein, doch sei die Gesamtsituation mit Niedrigzinsen, Digitalisierung und Corona inzwischen so herausfordernd, dass der seit Jahren zu beobachtende Beschäftigungsabbau in Deutschland nun auch auf Frankfurt übergreifen werde, erklärte Ulrike Bischoff, Autorin der Studie.

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Mehr Jobs in der Aufsicht

Dass die Zahl der Bankbeschäftigten in der Stadt in den vergangenen Jahren überhaupt zugenommen habe, während die Banken seit Jahren Tausende Arbeitsplätze abbauten, erklärt die Helaba damit, dass die Geldhäuser immer engeren Regularien und einer strengeren Aufsicht unterworfen wurden.

Diese zusätzliche Regulierung habe zusätzliches Personal bei den Kreditinstituten selbst sowie bei den Aufsichtsbehörden wie der EZB erforderlich gemacht. So braucht die Europäische Zentralbank in Frankfurt inzwischen zwei verschiedene Bürotürme, weil die Bankenaufsicht getrennt von den für die Geldpolitik verantwortlichen Bereichen der Notenbank.

Zudem hat Frankfurt auch vom Brexit profitiert. Viele ausländische Geldhäuser haben deswegen ihre Präsenz in der Mainmetropole ausgebaut. Dadurch sind nach Helaba-Schätzungen allein im vergangenen Jahr 1.500 Jobs entstanden. Banken wie Goldman Sachs und JPMorgan haben ihre Büroflächen deutlich vergrößert und neue Stellen geschaffen.

Brexit-Effekt verpufft

Wegen der Corona-Pandemie habe sich die Verlagerung von Jobs nach Frankfurt inzwischen aber deutlich verlangsamt, so dass dadurch zwischen 2020 und 2022 nur 2.000 neue Jobs entstünden, erklärten die Helaba-Volkswirte.

Dieser positive Effekt werde inzwischen überlagert von den vielen Tausend Stellenstreichungen bei den Platzhirschen Deutsche Bank und Commerzbank. Bei der Deutschen Bank sollen weltweit 18.000 Stellen wegfallen, die Commerzbank will Finanzkreisen zufolge in den kommenden Jahren rund 10.000 Jobs streichen - das wäre jede vierte Stelle.

lg

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