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Neue Methode der Ressourcen-Gewinnung? Teslas Lithium-Plan macht Minenbranche nervös

Stand: 24.09.2020 10:20 Uhr

Der Elektroautobauer Tesla setzt auf deutlich billigere Fahrzeug-Batterien und hat sich in den USA eine Lithium-Lagerstätte gesichert, um selbst in die Produktion einzusteigen. Lithium-Förderer müssen sich Gedanken machen.

Dank kostengünstigerer und effizienterer Batterien will Tesla den Preis für seine Elektroautos drastisch senken, wie Tesla-Chef Elon Musk während des Battery Days mitgeteilt hatte. Insbesondere vor diesem Hintergrund ist interessant, dass Tesla eine Lithium-Lagerstätte im US-Bundesstaat Nevada erwarb, die den Angaben zufolge groß genug sei, um die gesamten USA mit Batterien zu versorgen.

Das versetzt die US-Lithium-Branche in eine gewisse Aufregung und sorgt für Kursverluste. Schließlich behauptet Tesla, eine eigene nachhaltige Methode zur Lithium-Gewinnung erfunden zu haben.

Eine umweltschonende Methode?

Durch die eigene Produktion mittels Lehmboden und schlichtem Kochsalz würden die Kosten weiter gesenkt. Der Prozess sei umweltschonend, weil der Boden nach der Extraktion von Lithium einfach wiederhergestellt werde. "Es ist ein sehr nachhaltige Methode, um Lithium zu erlangen", sagte Musk.

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Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Tesla in Nevada bereits über eine Produktionsstätte für Elektrobatterien verfügt. Der Weg von der Lithium-Produktion bis zur Herstellung wäre also kurz.

Es wird wohl noch etwas dauern

Branchenexperten äußern sich skeptisch. Die Nachrichtenagentur zitiert Chris Berry, ein Berater der Lithium-Industrie mit den Worten, der Plan werfe mehr Fragen auf, als er beantworte. Wenn Teslas Plan, Lithium in den erforderlichen Mengen aus Lehm zu gewinnen möglich sei, warum werde es nicht schon gemacht, fragt der Fachmann.  

Ein kritischer Fondsmanager, der die Lithium-Branche im Blick hat, spricht von einem möglichen Zeithorizont von vier bis fünf Jahren bis zum Produktionsstart.  

ts