Leere Einkaufsstraße | picture alliance / Daniel Bockwoldt / dpa

GfK-Index sinkt weiter Teil-Lockdown senkt Kaufbereitschaft

Stand: 26.11.2020 09:01 Uhr

Die zweite Corona-Welle vergrößert bei Bürgern die Sorge um den Job und das künftige Einkommen. Das schmälert die Lust aufs Einkaufen, wie der weiter gesunkene GfK-Konsumklima-Index zeigt.

Schlechte Aussichten für das anlaufende Vorweihnachtsgeschäft: Wegen des vierwöchigen Teil-Lockdowns, der nun in die Verlängerung geht, ist die Verbraucherstimmung am Boden. Der von dem Forschungsinstitut GfK für Dezember ermittelte Konsumklimaindex fiel auf minus 6,7 Punkte, nachdem er im November noch revidiert minus 3,2 Zähler betragen hatte. "Der 'Lockdown light' hat die Verbraucherstimmung im November spürbar gedämpft", teilten die Konsumforscher der GfK mit.

GfK-Konsumklimaindex

GfK-Konsumklimaindex Dezember 2020: -6,7

Zwar blieben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet. "Doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus das Konsumklima schwer", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Auch die Furcht vor Jobverlust als Folge möglicher steigender Insolvenzzahlen beeinträchtige die Konsumneigung. Nach Einschätzung von Bürkl haben sich die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen.

Weniger Lust auf Fernseher und Autos

Knapp die Hälfte der Bundesbürger macht sich inzwischen große bis sehr große Sorgen um ihre persönliche Zukunft. Der Indikator zu den Einkommensaussichten trübte sich weiter ein - von 5,2 auf 4,6 Punkte. Wegen der Angst vor Einkommens- oder gar Jobverlust sank auch die Bereitschaft zum Kauf teurer Güter wie Fernseher, Möbel oder Autos. Das Barometer fiel um 6,5 Punkte auf 30,5 Zähler.

Laut GfK-Experte Bürkl wird der weitere Verlauf des Infektionsgeschehens in den kommenden Wochen maßgeblich darüber bestimmen, ob sich das Konsumklima wieder stabilisieren kann: "Nur ein spürbares Sinken der Infektionszahlen und eine Lockerung der Beschränkungen werden wieder für mehr Optimismus sorgen."

Einzelhandel bangt ums Weihnachtsgeschäft

Ein Abflauen der Corona-Welle wäre gerade jetzt wichtig fürs anlaufende Weihnachtsgeschäft. Die Umsätze im November und Dezember machen im Einzelhandel rund ein Fünftel der Jahreserlöse aus, für manche Unternehmen sogar die Hälfte oder mehr. Trotz Corona-Krise hatte der Branchenverband HDE Anfang November für 2020 ein Plus von 1,2 Prozent beim Weihnachtsgeschäft prognostiziert.

So schlecht wie im Frühjahr während des ersten Lockdowns ist die Verbraucherstimmung freilich nicht. Im Mai war das Konsumklima noch viel stärker eingebrochen auf ein Rekordtief von minus 23,1 Punkten.

nb

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 26. November 2020 um 11:04 Uhr.