Hunderteuro- und Hundertdollarscheine

Zahlungsmittel im Aufwind Euro beliebter als der Dollar

Stand: 19.11.2020 19:09 Uhr

Der Euro als Corona-Gewinner: Seit dem Frühjahr hat er gegenüber dem US-Dollar rund zehn Prozent an Wert gut gemacht. Der Euro ist mittlerweile das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel in der Welt.

Erstmals seit 2013 hat im Oktober die europäische Gemeinschaftswährung im internationalen Zahlungsverkehr den Dollar wieder überholt. 37,8 Prozent aller Geldtransfers erfolgten in Euro, in Dollar waren es nur 37,5 Prozent. Das geht aus den neuen Daten der Society of Worldwide Interbank Telecommunications (Swift) hervor, auf die die Nachrichtenagentur Bloomberg verweist.

Rezession und Handelskonflikte belasten den Dollar

Laut Bloomberg waren für die gesunkene Beliebtheit des Dollar drei Gründe verantwortlich: die Handelsturbulenzen, die politische Unsicherheit und die corona-bedingte Rezession. Die USA ist in die größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg geschlittert.

Neben dem Euro und dem Dollar bleibt auch das britische Pfund eine stark genutzte Währung. Das Pfund landete auf Platz drei der am häufigsten genutzten Zahlungsmittel. Auf Rang vier der Rangliste liegt der japanische Yen - vor dem kanadischen Dollar und dem chinesischen Yuan.

Wie sich der Zahlungsverkehr durch die zunehmende Digitalisierung verändert, ist noch unklar. Die Europäische Zentralbank arbeitet an einem digitalen Euro. Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde muss der Euro "fit für das digitale Zeitalter" gemacht werden.

Kommt bald der digitale Euro?

Die Entscheidung über die Einführung eines digitalen Euro in der Euro-Zone steht laut Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz nach wie vor aus. "Aber wir tun zurzeit alles dafür, um die potenziellen Auswirkungen zu verstehen und gut vorbereitet zu sein", sagte er auf dem virtuellen China Day der Euro Finance Week. "Außerdem werden nun auch erste Experimente gestartet, in denen es darum geht, auszutesten, wie der digitale Euro auch technisch umgesetzt werden könnte."

Im Oktober hatte die Europäische Zentralbank (EZB) eine öffentliche Befragung zu einem möglichen E-Euro gestartet. Balz ist für die Bundesbank Mitglied in einer hochrangigen EZB-Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema befasst.

Manche Länder sind weiter. So testet China inzwischen einen digitalen Yuan. Seit Oktober läuft ein großer Feldversuch in der Millionenstadt Shenzhen. In vielen Geschäften kann dort inzwischen mit der digitalen Test-Währung bezahlt werden. Aus Sicht von Balz wird China mit einer digitalen Währung in vielen Ländern die Diskussionen um die Einführung von digitalem Zentralbankgeld anheizen.

nb

Quelle: boerse.ard.de
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