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Abonnentenzahl steigt massiv Disney+ will es mit Netflix aufnehmen

Stand: 11.12.2020 12:49 Uhr

Die Pandemie hat Disneys Geschäft mit Vergnügungsparks einbrechen lassen. Dafür boomt das Streaming: Das Interesse an Filmen und Serien im Kanal Disney+ ist groß. Nun steckt sich der US-Konzern höhere Ziele.

Die Nachfrage nach Disney+, dem Streaming-Angebot des US-Medienriesen Disney, hat offenbar die Verantwortlichen selbst überrascht. Auf einem Investorentag am Donnerstag gab Disney bekannt, dass weltweit bereits 86,8 Millionen Abonnenten gewonnen werden konnten. Das Streamingangebot war erst Ende 2019 in den USA und danach im Frühjahr 2020 in Europa und auch in Deutschland gestartet.

Auch die Prognose des Konzerns für das Angebot hat Experten erstaunt: Disney rechnet nun für Disney+ mit rund 260 Millionen Abonnenten bis zum Jahr 2024. Das ist erheblich mehr als die ursprüngliche Zielvorgabe, die von 60 bis 90 Millionen in den ersten fünf Jahren des Bestehens ausgegangen war.

Wettlauf mit Netflix

Damit kommt das Unternehmen dem großen Konkurrenten Netflix schon bald bedrohlich nahe. Netflix hat derzeit bereits annähernd 200 Millionen zahlende Kunden, wächst aber erheblich langsamer als die später gestartete Konkurrenz.

Entsprechend will man im Streaming-Bereich in den kommenden Jahren weiter in die Offensive gehen. Mit neuem Material aus den "Star Wars"- und Marvel-Universen will Disney den Streamingdienst weiter ausbauen. Disney-Chef Bob Chapek kündigte am Donnerstag an, dass es zehn Spin-off-Serien aus der "Star Wars"-Filmreihe und zehn weitere über Superhelden aus den Marvel-Comics geben werde.

Kino und Streaming bleiben zunächst getrennt

Auch aus der von Disney aufgekauften Animationsschmiede Pixar werde es neue Serien und Filme geben. Vorstands-Chef Chapek betonte aber, dass für Disney neben dem Streaming aber nach wie vor die Veröffentlichung von Neuproduktionen in Kinos sehr wichtig sei, besonders jene mit großem Budget. Der neue Star Wars-Film "Rogue Squadron" etwa soll an Weihnachten 2023 in die Kinos kommen.

Damit hält Disney, anders als Konkurrent WarnerMedia, die Inhalte für Kino und Streamingdienst weiter getrennt. WarnerMedia hatte vergangene Woche angekündigt, dass alle seiner 17 für das Jahr 2021 geplanten Filme - von "Dune" bis "Matrix 4" - simultan in Kinos und in seinem US-Streamingdienst HBO Max anlaufen sollen. Diese Entscheidung führte zu viel Kritik von Prominenten aus der Filmwelt, die die ohnehin durch die Corona-Pandemie schwer getroffen Kinos dadurch zusätzlich in Gefahr sehen.

Abo-Preis steigt ab 2021

Um die aufwendigen Produktionen zu finanzieren, müssen Disney+-Kunden in Zukunft tiefer in die Tasche greifen. Vom 23. Februar 2021 an kostet Disney+ in Deutschland statt 6,99 Euro dann 8,99 Euro monatlich. Das Jahresabo verteuert sich von 69,99 auf 89,99 Euro.

Auch das dürfte allerdings nicht reichen, um den Gesamtkonzern wieder in die Gewinnzone zu führen. Wegen der drastischen Einbrüche bei den Freizeitparks nach Schließungen in der Corona-Pandemie hatte der Konzern einen Verlust von 710 Millionen Dollar eingefahren. Damit reihten sich erstmals seit 2001 zwei Verlustquartale aneinander.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 11. Dezember 2020 um 11:26 Uhr.