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Konzernergebnis 2019 Commerzbank-Bilanz besser als erwartet

Stand: 13.02.2020 11:49 Uhr

Während die Deutsche Bank für 2019 einen Milliardenverlust ausweisen musste, schlägt sich die Commerzbank erstaunlich wacker - vor allem angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen.

Tatsächlich hat die Commerzbank auch im vergangenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Sicher, das Konzernergebnis fiel 2019 um ein Viertel auf 644 Millionen Euro. Analysten hatten allerdings einen noch deutlicheren Rückgang erwartet, auf 586 Millionen Euro.

Eine gute Nachricht ist der Gewinneinbruch zwar nicht, doch geht er vor allem auf eine Steigerung der Vorsorge für Kreditausfälle um fast 40 Prozent auf 620 Millionen Euro zurück. Auch die um 100 Millionen gestiegene Steuerbelastung wirkte sich aus. Operativ ist es der Bank gelungen ihr Ergebnis zu halten. Mit 1,258 Milliarden Euro liegt es sogar leicht über den entsprechenden Zahlen des Vorjahres.

Kosten runter, Erträge rauf

Besser noch: Der Commerzbank ist es im vergangenen Jahr sogar gelungen die Erträge leicht zu steigern, auf 8,64 Milliarden Euro, nach 8,57 Milliarden im Vorjahr. Gleichzeitig sind die operativen Kosten auf 6,3 Milliarden Euro gesunken. Ein Pluspunkt bei der Sanierung der zweitgrößten privaten Bank hierzulande.

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Commerzbank-Chef Martin Zielke erklärte, die Bank komme beim Konzernumbau schneller voran als erwartet. "Das stimmt mich mit Blick auf unsere Renditeerwartung optimistischer, als ich es im vergangenen Herbst war."

Dividende sinkt

Das scheinen auch die Anleger so zu sehen. Im frühen Handel legt die Commerzbank-Aktie um 4,7 Prozent zu. Im Vergleich zu den Papieren der Deutschen Bank sind die Titel der Commerzbank allerdings weit zurückgeblieben. Während die Aktie des Branchenprimus seit Jahresbeginn um satte 40 Prozent zulegte, ist das Papier der Commerzbank in der gleichen Zeit nur um rund fünf Prozent gestiegen.

Für die Aktionäre hat die Bank auch am Morgen keine gute Nachricht parat: die ohnehin schon magere Dividende soll weiter sinken, um fünf Cent auf 15 Cent. Trotzdem legt das Papier heute um über fünf Prozent zu und ist damit der stärkste Wert im MDax. Aus dem Schneider ist das Bankhaus allerdings noch lange nicht.

Umbau geht weiter

Martin Zielke
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Martin Zielke, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank

Die Umsetzung der Strategie "Commerzbank 5.0" geht weiter. Dazu gehört der Abbau von konzernweit 4.300 Stellen, die Schließung von 200 der 1.000 Filialen, die Übernahme der Online-Tochter Comdirect sowie der Verkauf der polnischen Tochter M-Bank.

Insidern zufolge gab es zuletzt aber nur noch einen aussichtsreichen Bieter für die M-Bank, nachdem sich andere potenzielle Käufer aus Furcht vor einer Einmischung der Regierung in Warschau zurückgezogen haben.

Bankchef Zielke will die Trennung von der mBank vorantreiben. "Aber - auch das ist klar - nicht zu jedem Preis." Entscheidend sei, welchen Preis die Commerzbank erlösen könne.

Höhere Risikovorsorge und noch mehr Einsparungen

Und im laufenden Jahr könnte sich auch die eingetrübte Konjunktur bemerkbar machen. Deshalb werde die Risikovorsorge auf über 650 Millionen Euro steigen, teilte die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Bank mit.

Zudem prüft die Bank zusätzliche Einschnitte. "Das Projektteam macht Vorschläge für weitere Einsparpotenziale, die über die bereits kommunizierten hinausgehen», sagte die neue Finanzchefin Bettina Orlopp laut Redetext.

Erträge sollen gehalten werden

Die um Sondereffekte bereinigten Erträge sollen aber mindestens auf dem 2019er-Niveau liegen. Bei den Kosten rechnet die Bank weiter mit 6,7 Milliarden Euro, sowie 200 Millionen Euro für IT-Investitionen.

An den schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland dürfte sich auch so schnell nichts ändern. Das Geschäft mit Privatkunden und kleinen Unternehmen wird weiterhin von den öffentlich-rechtlichen Sparkassen und den Genossenschaftsbanken dominiert. Hinzu kommt die Nullzinspolitik der EZB.

lg

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Februar 2020 um 12:00 Uhr.

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