Apple-Chef Steve Jobs bei der iPad-Präsentation 2010. | Bildquelle: JOHN G MABANGLO/EPA-EFE/REX

Zehn Jahre iPad Gibt es eine Apple-Blase?

Stand: 27.01.2020 08:33 Uhr

Heute vor zehn Jahren brachte Apple das iPad auf den Markt. Experten rätseln, ob der Technologie-Konzern sein Innovationstempo beibehalten kann oder eine neue High-Tech-Blase einläutet

Von Andreas Braun , boerse.ARD.de

Der Aktienkurs des iPhone-Herstellers läuft seit Monaten auch den kühnsten Erwartungen davon. Binnen eines Jahres hat er sich glatt verdoppelt. Mit derzeit 320 Dollar notiert die Aktie wieder einmal auf einem Rekordhoch. Der kalifornische Technologiekonzern hat damit einen Marktwert von 1,4 Billionen Dollar erreicht. Die Apple-Aktie ist also mehr wert als der gesamte Dax. Zusammen mit Microsoft dominiert sie den US-Leitindex Dow Jones. Und die "Tech-Gorillas" Apple, Alphabet, Microsoft und Amazon bestimmen durch ihre schiere Größe auch längst über das Schicksal der Technologiebörse Nasdaq.

Weitere Kursinformationen zu Apple

Gibt es eine "Apple-Bubble"?

Skeptiker halten die Apple-Aktie inzwischen für deutlich überbewertet und "heiß gelaufen". Sebastien Galy von Nordea Asset Management hat gegenüber dem US-Sender CNN kürzlich sogar von den Vorboten einer neuen Tech-Blase gesprochen. Kurs-Kometen wie der des iPhone-Herstellers in den vergangenen Monaten endeten schon statistisch oft mit einem scharfen Ende des Aufstiegs. Und: Apple sei kaum in der Lage, eine so dominante Position im Geschäft mit Smartphones oder den Wearables wie den Air Pods zu erreichen, um seine "Monster"-Bewertung zu rechtfertigen.

Wenn Apple am Dienstagabend nach US-Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Quartalszahlen vorlegt, wankt denn auch die Börse - fallen sie besser aus als erwartet, dann geht bei Investoren ein Aufatmen rund um den Globus, enttäuscht das Zahlenwerk, könnten in Minuten Milliarden an Börsenwert vernichtet werden.

Apple-Chef Tim Cook präsentiert das neue iPhone 11 | Bildquelle: REUTERS
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Im September 2019 präsentierte Apple-Chef Tim Cook das neue iPhone 11 - das Smartphone ist die Gewinnmaschine des Konzerns.

Was macht die Cash Cow?

Insbesondere der Verkauf des neuen iPhone 11 im Weihnachtsquartal wird dann mit besonderem Interesse verfolgt. Die Gewinnmaschine von Apple hatte zuletzt ein wenig geschwächelt, die neue Version des Smartphone könnte aber eine neue Kaufwelle bei Kunden ausgelöst haben.

Apple Airpods
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Apple Airpods

Aber Apple hat eben inzwischen nicht nur iPhones, iPads und die Mac-Computer im Angebot: Mit seiner Apple Watch hat der Konzern knapp die Hälfte des gesamten Marktes für die internetfähigen Smartwatches erobert. Die teuren, aber schicken und hochwertigen kabellosen Ohrhörer, die Air Pods, sind ein weiterer neuer Umsatztreiber. In diesem Bereich legten die Erlöse im vergangenen Quartal um stolze 54 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar zu.

Von der Hardware-Schmiede zum Medien-Dienstleister

Dazu kommen neue Erlös- und Gewinnquellen aus dem Medienbereich, die zeigen, dass sich Apple längst auch als Dienstleister versteht. So erhalten User über Apple News+ für 10 Dollar pro Monat erhalten Zugang zu mehr als 300 Zeitungen und Magazinen.

Im September 2019 führte der Konzern die Spielebibliothek Apple Arcade. Und seit November vergangenen Jahres läuft schließlich das Videostreaming-Angebot Apple TV+ in über 100 Ländern starten. In Deutschland kostet das Abo 4,99 Euro pro Monat. Apple setzt dabei eher auf Klasse statt Masse – und auf treue Apple-Jünger.

Apple News Plus
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Apple News Plus auf MacBook Pro, iPad und iPhone

Die meisten der Innovationen und neuen Produkte aus dem Hause Apple sind in den vergangenen Jahrzehnten Erfolge geworden. Anders als die Konkurrenz hat es das US-Unternehmen aber zumeist geschafft, einen ganzen Produktbereich umzukrempeln und dort eine marktdominierende Stellung einzunehmen.

Das System Apple

Experten, die die Bewertung des Unternehmens für hoch, aber nicht zu hoch befinden, führen genau diese Ausnahmestellung von Apple als Begründung an: Das Unternehmen verfügt einerseits über ein geschlossenes System aus Hardware und Software. Dagegen muss zum Beispiel die Smartphone-Konkurrenz mit einem "fremden" Betriebssystem arbeiten: Dem Android-Programm der Google-Mutter Alphabet. Die wiederum hat es nicht geschafft, mit eigener Hardware nennenswerte Marktanteile zu erringen.

Apple ist es außerdem gelungen, für seine Marke eine Art "Luxus-für-alle"-Segment zu schaffen. Der Markenkult um die Produkte des Unternehmens scheint noch lange nicht am Ende zu sein. Und nicht zuletzt zeichnen sich die Produkte durch eine spezifische Apple-Philosophie aus, die bei der Kundschaft nach wie vor Begeisterung auslöst: Gute Verarbeitung, starke Rechenleistungen und dabei immer die "Usability" im Blick. Apple macht seine Produkte beinahe immer besser und bedienungsfreundlicher als die Konkurrenz.

Faktoren, die zusammen mit einer weiterhin guten Geschäftsentwicklung den Apple-Hype noch eine Weile weiter antreiben könnten - in den Apple-Stores und an der Börse.

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Apples Geschichte - alles Jobs oder was?

Die US-Amerikaner Steve Wozniak (links) und Steve Jobs sitzen an einem Computer (Archivfoto von 1976)

1976: Die Gründung
Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gründeten Apple im April 1976 gemeinsam. Jobs als treibender Verkäufer, Wozniak als Tüftel-Genie und Wayne als Schlichter für die ungleichen Freunde. Allerdings stieg Wayne bereits einige Tage später wieder aus dem Unternehmen aus.

Quelle: boerse.ard.de
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