Ant Financial

Alibaba-Tochter Ant Rekord-Börsengang geplant

Stand: 27.10.2020 08:54 Uhr

Die Nachfrage nach Aktien des chinesischen Fintechs Ant Group ist riesig. Bereits innerhalb der ersten Stunde nach Beginn der Zeichnungsfrist seien die Bücher überzeichnet gewesen. Denn in Hongkong wird am 5. November Geschichte geschrieben: Der Alibaba-Ableger Ant wird dann dort den größten Börsengang der Geschichte hinlegen.

Von wegen kleine Ameise! Die chinesische Ameise will ganz groß werden! Ant (englisch für Ameise) stellt die Weichen für einen Rekord-Börsengang. Rund 34,5 Milliarden US-Dollar (29,2 Mrd Euro) möchte der Finanzdienstleister aus dem Alibaba-Imperium einspielen. Damit übertrifft er klar den bisherigen Rekord-Börsengang des Ölgiganten Saudi Aramco in Höhe von 29 Milliarden Dollar.

Die Nachfrage ist riesig: Der Betreiber des Bezahldienstes Alipay will die Bücher für den größten Börsengang aller Zeiten früher schließen als geplant, wie Insider sagten. In Hongkong könnten institutionelle Investoren Aktien nur noch bis Mittwoch um 17 Uhr zeichnen, statt wie bisher geplant am Donnerstag.

Hongkong und Shanghai statt New York

Die Ant Group kommt am 5. November, also nur zwei Tage nach der US-Präsidentenwahl an die Börse in Hongkong. Außerdem ist ein Listing in Shanghai geplant. Damit umgeht das Unternehmen die großen US-Börsen. Das ist neu für ein derart großes chinesisches Tech-Unternehmen. Das Vorgehen wird auch vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen zwischen China und den USA gesehen. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump der Ant Group mit Restriktionen gedroht - wegen der angeblichen Gefährdung der nationalen Sicherheit.

Nach Angaben vom Montag will der Finanzarm der weltgrößten chinesischen Online-Handelsplattform jeweils 1,67 Milliarden Aktien anbieten, die in Shanghai 68,8 Yuan je Stück und in Hongkong 80 Hongkong-Dollar kosten sollen. An beiden Handelsplätzen will Ant jeweils rund 17,2 Milliarden Dollar einsammeln. Mitte Oktober hatten Insider für die Ant Group insgesamt eine Bewertung von rund 280 Milliarden Dollar (239 Milliarden Euro) signalisiert.

Kronjuwel im Alibaba-Imperium

Mit dem Schritt aufs Parkett will die Ant Group weiter wachsen und seinen Vorsprung als führende Online-Zahlungsplattform in China ausbauen. Der Finanzdienstleister wird von Experten als Kronjuwel im Alibaba-Imperium von Milliardär Jack Ma bezeichnet und hat seine Weiterentwicklung zuletzt kontinuierlich vorangetrieben. Mit Alipay betreibt der Finanzdienstleister einen in China weit verbreiteten mobilen Bezahldienst. Größter inländischer Wettbewerber ist Wechat-Pay des chinesischen Internetkonzerns Tencent. Angeboten werden über die Apps auch Kredite, Versicherungen und Vermögensverwaltung.

In den ersten neun Monaten 2020 steigerte Ant den Betriebsgewinn um 42,6 Prozent auf umgerechnet 17,8 Milliarden Dollar. Alibaba hält ein Drittel der Ant-Anteile. Seit der jüngsten Finanzierungsrunde 2018 sind namhafte Investoren wie der Staatsfonds Temasek aus Singapur und der Finanzinvestor Warburg Pincus an dem Fintech beteiligt.

nb

Quelle: boerse.ard.de
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