Die Bank of America hat sich offenbar zur Zahlung von rund zwölf Milliarden Euro bereit erklärt.

Umstrittene Hypothekengeschäfte Bank of America zahlt Rekordsumme

Stand: 21.08.2014 15:54 Uhr

Im jahrelangen Streit über zweifelhafte Hypothekengeschäfte hat sich die Bank of America mit US-Behörden auf einen Vergleich in Höhe von 16,65 Milliarden Dollar geeinigt - umgerechnet mehr als zwölf Milliarden Euro. Das Institut zahlt eine Strafe von 9,65 Milliarden Dollar und hilft Schuldnern mit zusätzlich sieben Milliarden Dollar. Das ist der höchste Betrag, den ein Unternehmen jemals in einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung mit der US-Regierung zahlen musste.

Risiken statt Rendite

Dabei geht es um die Qualität hypothekengestützter Papiere, die die Bank verkauft hatte. Die Anlagen versprachen Rendite aus dem Geschäft mit Hauskrediten. Allerdings waren in den Paketen Hypotheken von Hausbesitzern enthalten, die letztlich Zins und Tilgung nicht zahlen konnten. Nach Ansicht der US-Justiz hat die Bank den Käufern vor dem Zusammenbruch des Häusermarkts verschwiegen, wie schlecht es um die in den Wertpapieren enthaltenen Kredite stand. Die Bank of America hatte sich im März bereits nach langem Ringen dazu bereit erklärt, die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac mit 9,5 Milliarden Dollar zu entschädigen. Insgesamt wurde das Institut mit mehr als 60 Milliarden Dollar für riskante Hypothekengeschäfte zur Rechenschaft gezogen.

Zahlreiche Vergleiche

Die US-Behörden haben schon zahlreiche Großbanken wegen solcher Hypotheken-Deals zur Kasse gebeten. Zuletzt musste die Citigroup sieben Milliarden Dollar zahlen. Bisher konnte der US-Konkurrent JPMorgan den Vergleichsrekord für sich beanspruchen: Die Bank zahlte im November wegen ähnlicher Vorwürfe 13 Milliarden Dollar.

Gebündelte Kreditpakete, die an Investoren in aller Welt verkauft wurden, gelten als eine der Hauptursachen der großen Finanzkrise, die 2008 zum Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers führte.

Bank of America zahlt Rekordstrafe
J. Barenberg, DLF
21.08.2014 17:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. August 2014 um 18:30 Uhr.

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