Die Zentrale der Thyssenkurpp AG in Essen | Bildquelle: REUTERS

Vor Bilanzpressekonferenz Wie Thyssenkrupp die Krise überwinden will

Stand: 21.11.2018 04:37 Uhr

Der erst wenige Wochen amtierende Thyssenkrupp-Chef Kerkhoff legt erstmals die Bilanz des Konzerns vor. Das Essener Unternehmen steckt in der Krise. Carsten Schabosky erklärt, wie es diese überwinden will.

Von Carsten Schabosky, WDR

Als Heinrich Hiesinger im Sommer 2018 bekannt gab, dass er als Vorsitzender des Vorstandes der Thyssenkrupp AG zurücktreten möchte, war schon klar, dass dem Industriekonzern neue Zeiten bevorstehen. "Ich gehe diesen Schritt bewusst, um eine grundsätzliche Diskussion im Aufsichtsrat über die Zukunft von Thyssenkrupp zu ermöglichen", sagte er damals.

Sein Nachfolger Guido Kerkhoff wurde dann sehr schnell grundsätzlich. Er will den Konzern in zwei selbstständige Gesellschaften aufspalten. Auf der einen Seite soll die Thyssenkrupp Materials AG unter anderem den 50-Prozent-Anteil aus dem fusionierten Stahlgeschäft mit dem indischen Partner Tata enthalten. Dazu kommen der Handel mit Werkstoffen sowie der Marineschiffbau. Dieses Unternehmen soll rund 40.000 Mitarbeiter haben.

Im zweiten Unternehmen Thyssenkrupp Industrials AG soll das Geschäft mit Aufzügen oder Zulieferungen für die Autoindustrie gebündelt werden. Hier sollen 90.000 Menschen beschäftigt werden.

Mehr zum Thema

Ausverkauf scheint abgewendet

Auch wenn diese Aufspaltung des Konzerns vom Neffen des letzten Krupp, Friedrich von Bohlen, in einem Interview mit dem "Handelsblatt" kritisch gesehen wird. Von Gewerkschaftsseite und von der Politik wird sie grundsätzlich akzeptiert. Ein Grund ist, dass es weitreichende Jobgarantien gibt. Ziel sei es, "zwei deutlich fokussiertere und leistungsfähigere Unternehmen" zu schaffen. Eine Zerschlagung von Thyssenkrupp werde so ebenfalls verhindert. "Einen Ausverkauf von Geschäften wird es nicht geben", hieß es von der IG-Metall.

Finanzinvestoren haben vor allem ihre Rendite im Visier. Ihnen könnte eine Aufspaltung von Thyssenkrupp in noch mehr Teilbereiche gefallen. Stahl, Aufzüge, Großanlagen, U-Boote und Autoteile tragen in unterschiedlicher Ausprägung zum Geschäftserfolg bei. Stahl ist zwar die Keimzelle von allem, aber mittlerweile nur eine Beteiligung von vielen. Das Geschäft mit Aufzügen ist die Ertragsperle des Konzerns.

Der Vorstandsvorsitzende der Thyssenkrupp AG, Guido Kerkhoff | Bildquelle: dpa
galerie

Der Vorstandsvorsitzende der Thyssenkrupp AG, Guido Kerkhoff, will den Konzern in zwei selbstständige Gesellschaften aufspalten.

Thyssenkrupp im Gegenwind

Das geplante Joint Venture mit dem Konkurrenten Tata ist noch nicht in trockenen Tüchern. Aber auch sonst gibt es Probleme. Da sind zum einen die Folgen von milliardenteuren Fehlinvestitionen. Aber auch die Geschäfte rund um Autoteile und Aufzüge laufen nicht mehr so gut wie früher. Die Aufzugssparte hat in diesem Jahr zweimal den Gesamtjahresausblick senken müssen.

Eine weitere Herausforderung ist eine drohende Strafe für ein angebliches Kartell für Grobbleche und Flachstahl. Preise sollen möglicherweise abgesprochen worden sein. Thyssenkrupp muss viele finanzielle Hürden meistern.

Michael Heussen, WDR, zur wirtschaftlichen Lage von Thyssenkrupp
tagesschau24 11:00 Uhr, 21.11.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Auch die Politik mischt sich ein

Bundes- und Landepolitiker rufen seit Monaten alle Beteiligten dazu auf, daran zu arbeiten, Thyssenkrupp als wichtigen Konzern des Standorts Deutschland zu stärken und damit die Arbeitsplätze zu sichern. Das von der CDU geführte Bundeswirtschaftsministerium warnte vor einer Zerschlagung.

Das ist kein Wunder: Fast 160.000 Mitarbeiter arbeiten in 79 Ländern für den Konzern - davon fast die Hälfte in Deutschland. Der Traditionskonzern hat eine über 200 Jahre lange Geschichte und ist eines der Symbole für den Industriestandort Deutschland.

Für den Vorstand der Thyssenkrupp AG wird es nicht einfach werden, diese Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. November 2018 um 11:00 Uhr.

Darstellung: